Aus für das Aquarium?

15.04.2014 19:43

Bereits in der Gemeindevertretersitzung am 17. Dezember 2013 trug auf Einladung des SSW die Leiterin der Biologischen Anstalt Helgoland (Bio), Frau Prof. Dr. Karen Wiltshire, einen Sachstandsbericht zum Thema „Bluehouse“ vor. Zur Erinnerung: Das „Bluehouse-Projekt“ bein­haltet eine Modernisierung des Helgoländer Aquariums. Tatsächlich ist es aber nicht das „Helgoländer Aquarium“ sondern das Aquarium der Bio.

Die Probleme, die sich seit Beginn der Planung vor ein paar Jahren ergeben haben sind, dass die Bio bzw. das Alfred-Wegener-Institut (AWI) eine Forschungseinrichtung ist und bestim­mungsgemäß keine Gelder für eine touristische Einrichtung finanziert bekommt. So firmiert das Aquarium als Forschungs- und Lehreinrichtung. Unter diesem Aspekt wäre auch eine Modernisierung des Aquariums zu sehen.

Das „Bluehouse-Projekt“ sieht vor, das Thema Meer mit all seinen Facetten interessierten Bürgern umfassend näher zu bringen. Es ist unter anderem  vorgesehen, den  Besuchern  in Laboratorien mit Mikroskopen die kleinzellige Unterwasserwelt näher zu bringen. Das i-Tüpfelchen soll ein begehbares Schaubecken werden, welches die Tiden, also Hoch- und Niedrigwasser nachbildet, so dass den Besuchern dieser maritime Lebensbereich anschaulich erklärt werden kann. Ein solches Projekt wäre einzigartig in Europa.

Untersuchungen der vorhandenen Bausubstanz haben ergeben, dass das Aquarium baufällig ist. Bei fortschreitendem Verfall droht Anfang 2015 die Schließung. Ein zeitnaher Baubeginn - mal abgesehen von der Finanzierung - ist also wünschenswert. Hier hat Karen Wiltshire drei Szenarien vorgestellt:

 1. Die Schließung des Aquariums und Abriss - kein Neubau! = Kosten 1,2 Mio. €

 2. Schließung, Abriss und Neubau = Kosten 5 bis 7 Mio. €

 3. Sanierung (Erhalt des alten Gebäudes) = Kosten 11 Mio. €.

Die hohen Ausgaben für eine Sanierung (3) sind dem Denkmalschutz geschuldet. Diese Variante kommt daher für das AWI nicht in Frage. Die Kosten für Variante 1 trägt allein das AWI. Hier fallen allerdings auch 4,5 Arbeitsplätze und für Helgoland die Attraktion Aquarium weg.

Bei Variante 2 sieht das AWI zwar die Möglichkeit einer Finanzierung, allerdings sind hier auf jeden Fall Zuschüsse von Bund, Land und Kommune nötig. Die Gemeinde Helgoland kann weiter unterstützend wirken, in dem der Denkmalschutz für diesen Bereich geändert wird, so dass ein Abriss des Gebäudes und ein Neubau möglich werden können. Der SSW macht sich für diese Variante 2 stark und wird sich für eine Änderung des Denkmalschutzes in diesem Bereich und für eine Finanzierung des „Bluehouse-Projektes“ beim Land stark machen.