Mit dem SHIBB stellen wir die Berufliche Bildung zukunftsfest auf

268 17.11.2016 11:59
TOP:  12
Stadt:  Kiel
Drucksache:  18/4732

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 12 - Ein Schleswig-Holsteinisches Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) auf den Weg bringen

Die berufliche Bildung bekommt in meinen Augen längst nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Wir reden hier viel über frühkindliche Bildung, über Schule oder Abiturquoten. Aber über unser hervorragendes System der Beruflichen Bildung sprechen wir so gut wie nie. Dabei kommen über zwei Drittel der jungen Menschen in Schleswig-Holstein auf dem Weg ins Arbeitsleben mit diesem System in Berührung. Noch dazu ist es international hoch angesehen und leistet einen ganz erheblichen gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Beitrag für unser Land. Auch ohne große Debatten ist die Berufliche Bildung also alles andere als ein Randthema. Sie ist vielmehr eine gleichwertige und unverzichtbare Säule unseres Bildungswesens, die wir weiter voranbringen wollen.

Wir alle wissen, dass gerade die vielen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande von den gut ausgebildeten Fachkräften profitieren. Berufliche Bildung trägt also ganz konkret zur Zukunftssicherung vieler Unternehmen bei. Umgekehrt ist die anhaltend hohe Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften ein klares Zeichen für die Wertschätzung und Anerkennung der beruflichen Bildung. In der Folge stelle ich auch in Gesprächen vor Ort fest, dass dieser Karriereweg für immer mehr junge Menschen attraktiv ist. Insgesamt gesehen ist die Bedeutung der Beruflichen Bildung also ungebrochen. Und diese Tatsache freut mich persönlich sehr. 

Wir reden sehr oft über die Zukunft der Hochschulen, über neue Studiengänge und die Notwendigkeit einer Akademisierung auf verschiedensten Feldern. Das ist vor dem Hintergrund des technologischen Fortschritts auch sehr wichtig. Ziel dieser Koalition ist es aber, Bildungschancen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sicherzustellen, und allen den für sie bestmöglichen Abschluss zu ermöglichen. Das bedeutet eben nicht zwangsläufig und für jeden ein Studium. Die gute Verzahnung von Theorie und Praxis im dualen Berufsausbildungssystem ist nach unserer Auffassung oft der bessere Ansatz, wenn wir junge Menschen optimal auf ihr Berufsleben vorbereiten wollen. 

Die Digitalisierung und Globalisierung der Arbeitsprozesse bringt ganz ohne Frage gravierende Veränderungen mit sich. Mitunter entstehen in relativ kurzer Zeit ganz neue Berufsfelder. Diese Dynamik stellt natürlich auch die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften vor immer neue Anforderungen. Vor diesem Hintergrund müssen Bildungsprozesse ständig angepasst und die Inhalte möglichst flexibel gestaltet und stetig weiterentwickelt werden. Gerade weil das System der Beruflichen Bildung also vor großen Herausforderungen steht, halte ich es für unverändert wichtig, diesen Bereich weiter zu stärken.

Unser Ziel ist deshalb, die Strukturen im beruflichen Bildungsbereich entsprechend effizient und schlagkräftig aufzustellen. Aus unserer Sicht muss die Berufliche Bildung in Zukunft noch anpassungsfähiger sein. Sie muss ganz einfach schnell auf die je nach Region und Berufssparte unterschiedlichen Bedarfe reagieren können. Deshalb wollen wir die fachlichen und personellen Ressourcen in einem eigenständigen Landesinstitut bündeln. Nach unserer Einschätzung sind hierfür zwei zusätzliche Stellen notwendig, für die wir uns auch im Rahmen der Haushaltsberatungen einsetzen werden. Ich denke, ein solches Institut für Berufliche Bildung kann sich deutlich zielgerichteter um die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, die Weiterentwicklung der Beruflichen Schulen und die enge Zusammenarbeit mit dem allgemeinbildenden Bereich kümmern. Und dass ohne Reibungsverluste und Kompetenzgerangel und im Sinne einer Beruflichen Bildung von hoher Qualität. 

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nicht zuletzt mit Hilfe des SHIBB zu einem wirklich schlüssigen Gesamtkonzept kommen. Dieses Konzept muss die Berufliche Bildung mit dualer Ausbildung und den weiteren Ausbildungsgängen an den beruflichen Schulen ebenso umfassen, wie die Fort- und Weiterbildung und den Übergang Schule-Beruf. Und ich freue mich, dass wir uns hier größtenteils einig darüber sind, welche Schritte wir auf dem Weg dorthin gehen müssen.