Schleswig-Holsteinischen Pioniergeist fördern

097-2019 28.03.2019 15:14
TOP:  27
Stadt:  Kiel
Drucksache:  19/1375 + 19/1346

Schleswig-Holstein hat seinerzeit mit dem Ausbau der Windenergie Pioniergeist gezeigt. Dieser Pioniergeist hat sich an der Westküste mit all seinen Facetten der Energiewende fortgeführt. Und wir als SSW haben diese Entwicklungen stets positiv begleitet.

Flemming Meyer zu TOP 27+28 -  Anträge zur Klimaschutzpolitik in Schleswig-Holstein


Mitte Februar dieses Jahres startete Bundeswirtschaftsministerium die erste Runde des Ideenwettbewerbes „Reallabore der Energiewende“. Im Fokus dieses Wettbewerbs stehen die Bereiche „Sektorenkopplung und Wasserstofftechnologien“, „großskalige Energiespeicher im Stromsektor“ und „energieoptimierte Quartiere“. Zudem wurden Reallabore der Energiewende als neue Fördersäule im Energieforschungsprogramm der Bundesregierung etabliert. Das verfolgte Ziel der Bundesregierung ist es, den Technologie- und Innovationstransfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen. Für den Zeitraum 2019 bis 2022 sind dafür jährlich Fördermittel in Höhe von 100 Millionen Euro vorgesehen. Die Einreichungsfrist für die erste Runde der Projektvorschläge ist der 5. April und ich begrüße daher den Antrag der Koalition, der deutlich macht, dass wir als Land Schleswig-Holstein die Bemühungen unserer teilnehmenden Unternehmen in diesem Wettbewerb voll unterstützen.
Die Reallabore der Energiewende sind im Prinzip nichts anderes als die Erprobung zukunftsfähiger Energietechnologien unter realen Bedingungen in Zusammenarbeit mit entsprechenden Forschungseinrichtungen.
Gerade wenn ich an unsere Westküste denke, sehe ich dort ein enormes Potential, das sich bereits über Jahren zu solchen Reallaboren entwickelt hat. Mir war vorher nur nicht bewusst, dass es sich um Reallabore handelt.
Bereits in der letzten Debatte zur Energieforschung haben wir als SSW deutlich gesagt, dass wir in der Frage der Stromspeicherung oder Power-to-X zwar noch am Anfang stehen, aber das viele der Technologien bereits heute eingesetzt und erprobt werden. Gerade in diesem Zusammenhang ist die Zusammenarbeit zwischen den tätigen Unternehmen und der Wissenschaft unerlässlich. Damit will ich sagen, dass das was wir bereits über Jahre bei uns im Land begleitet und gefördert haben, nun zum Tragen kommen und sich eventuell erfolgreich in einem Bundeswettbewerb behaupten kann. Ich wünsche den teilnehmenden Unternehmen aus Schleswig-Holstein, die sich für den Wettbewerb angemeldet haben von dieser Stelle viel Erfolg.

Die Energieregion Westküste ist ein Zusammenschluss verschiedenster Vertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen der Erneuerbaren Energien sowie den jeweiligen Wirtschafsfördergesellschaften. Dort hat sich ein ganzer Wirtschaftszweig rund um die Erneuerbaren Energien entwickelt, die sich aktiv für die Erforschung und Produktion von Erneuerbaren Energien einsetzen. Bundesweit haben sie sich bereits erfolgreich auf Messen präsentiert, wo sie auf die Potenziale der Region aufmerksam gemacht haben.
Das Portfolio der Energieregion ist sehr umfangreich. Von der Produktion der erneuerbaren Energien über E-Mobilität und Schnellladestationen oder Sektorenkopplung bis hin zu Power-to-Gas-Technologien um nur einige zu nennen. Damit hat sich die Energieregion Westküste bereits bundesweit zu einem Marktführer in diesen Zukunftstechnologien entwickelt. Von daher bin ich auch fest davon überzeugt, dass sich die Energieregion Westküste bei dem Wettbewerb sehr gut behaupten wird. Nicht zuletzt die Teilnahme an dem internationalen Wettbewerb wird dazu beitragen, dass die Energieregion Westküste weiteren Bekanntheitsgrad erlangt. Das ist ein positives Signal in eigener Sache aber auch für uns als Land Schleswig-Holstein.
Aus Sicht des SSW entsteht hieraus auch für das Land eine gewisse Verpflichtung, diese Projekte weiterhin positiv zu begleiten aber auch offen zu sein, für neue Projekte im Bereich der Energiewende, von denen wir uns heute wohlmöglich nicht vorstellen können, dass es sie gibt. Schleswig-Holstein hat seinerzeit mit dem Ausbau der Windenergie Pioniergeist gezeigt. Dieser Pioniergeist hat sich an der Westküste mit all seinen Facetten der Energiewende fortgeführt. Und wir als SSW haben diese Entwicklungen stets positiv begleitet.