Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen in der Pflege

12.12.2013 17:38
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Stadt:  Kiel
Drucksache:  18/1380

Von: Flemming Meyer

Ich freue mich sehr darüber, dass wir auch in dieser Landtagssitzung über die Zukunft der Pflege diskutieren. Denn kaum ein anderes Thema berührt so viele Menschen so konkret. Und kaum ein anderes Thema stellt uns vor so große Herausforderungen. Ich habe es schon in der vergangenen Debatte zur Dokumentation im Pflegebereich gesagt: Auch die rot-grün-blaue Regierung arbeitet mit großem Engagement an einer bedarfsgerechten Versorgung. Uns allen ist klar, dass es eine riesige Aufgabe ist und bleibt, eine wirklich menschenwürdige Pflege zu organisieren. Dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen die Lebenserwartung immer weiter steigt und die Zahl der Pflegebedürftigen damit stetig wächst. Hier gibt es mit Sicherheit nichts klein zu reden. Das ist uns allen völlig klar.

Vor diesem Hintergrund will ich deutlich sagen, dass die CDU in ihrem Antrag einige wichtige Punkte aufzählt: Wenn es darum geht, die Pflege zukunftsfest zu machen, müssen wir natürlich grundsätzlich zu mehr Attraktivität für Pflegeberufe kommen. Und auch wir meinen, dass man kaum genug darüber informieren kann, wie die Arbeit in einem Pflegeberuf eigentlich ganz konkret aussieht. Ganz ähnliches gilt für Informationen darüber, welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten es im Bereich Pflege überhaupt gibt. Auch wenn diese Forderungen nicht etwa neu sind, bleiben sie aus Sicht des SSW unverändert wichtig. Wir wissen, dass es ganz bestimmt keinen Grund gibt, sich in dieser Angelegenheit zurückzulehnen. Und trotzdem will ich daran erinnern, dass diese Landesregierung in Sachen Pflege sehr aktiv ist.

Eine besonders wichtige Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe ist in der Tat die Schaffung eines dualen Pflegestudiums, wie es die CDU in ihrem Antrag fordert. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass die Landesregierung nicht nur dieses Vorhaben mit sehr großem Engagement vorantreibt. Auch Dokumentationsaufgaben sollen spürbar reduziert und Doppelstrukturen abgebaut werden, so dass unsere Pflegefachkräfte endlich etwas entlastet werden. Und nicht zuletzt muss ich an dieser Stelle auf die Tatsache hinweisen, dass rot-grün-blau die Zahl der landesseitig finanzierten Ausbildungsplätze in der Altenpflege auch in 2014 um weitere 200 aufstockt. Kein Zweifel: Man kann durchaus der Auffassung sein, dass dies alles nicht ausreichend ist. Aber man kann nicht einfach behaupten, dass sich hier gar nichts bewegt.

Ein weiter wichtiger Beitrag für verbesserte Bedingungen in der Pflege ist die Einrichtung einer Pflegekammer. Sie kann dazu beitragen, den Stellenwert der Pflege im Gesundheitswesen zu erhöhen. Denn durch eine Pflegekammer werden nicht nur alle professionell Pflegenden vertreten, sondern auch Interessen gebündelt und neue Ideen entwickelt. In einer Berufswelt, die sich verstärkt in Kammern organisiert, ist dieser Schritt sinnvoll und nur konsequent. Gerade wenn es um die Frage geht, wie die Attraktivität der Pflegeberufe gesteigert werden kann und wie dieser Beruf zukunftsfähig gestaltet werden soll, kann uns die Pflegekammer wichtige Impulse liefern. Hiervon sind SPD, Grüne und SSW gleichermaßen überzeugt.
Dem SSW ist durchaus klar, dass die aufgezählten Maßnahmen allein nicht reichen werden. Um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern und die professionell Pflegenden länger in ihrem Job halten zu können, müssen wir noch mehr tun. Einen besonders wichtigen Punkt nennt auch die CDU in ihrem Antrag: Wir brauchen dringend eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, was uns eine menschenwürdige Pflege eigentlich wert ist. Für den SSW gibt es keinen Zweifel: Wir müssen endlich zu einer deutlich größeren Wertschätzung für diese Berufsgruppe kommen. Und diese Wertschätzung muss nicht zuletzt auch durch eine bessere Bezahlung deutlich werden. Denn gerade in der Pflege sind motivierte und zufriedene Mitarbeiter unverzichtbar. Doch damit nicht genug: Wir müssen und wollen auch alles dafür tun, damit ihnen die Zeit für Zwischenmenschlichkeit und Zuwendung bleibt. Denn nur so bleibt Pflege menschlich und menschenwürdig – und genau das will der SSW.