Wir sagen ja zu Olympia

190 14.10.2015 15:22
TOP:  31
Stadt:  Kiel
Drucksache:  18/3423

Lars Harms zu TOP 31 - Unterstützung der Olympia/Paralympics-Bewerbung

Die Olympischen Spiele 2014 scheinen noch weit weg zu sein. Aber die Vorbereitungen auf dieses riesige Sportereignis laufen jetzt schon und wir als SSW wollen, dass diese Vorbereitungen weiter laufen. Deshalb ist es wichtig, ein klares Signal für die Olympischen und Paralympischen Spiele im Hamburg und Kiel zu setzen. Erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele wird es dann nachhaltige Spiele geben. Das heißt, für alle Stätten der Olympischen Spiele gibt es schon jetzt einen Bedarf und dieser Bedarf wird nun mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele umgesetzt. Somit sind zum ersten Mal die Olympischen Spiele ein Mittel zum Zweck und nicht umgekehrt. 

Wir wissen also, dass viele der Infrastrukturmaßnahmen und der Baumaßnahmen, die kommen, ohnehin kommen werden. Es würde nur länger dauern, bis die notwendige Infrastruktur geschaffen wäre. Die Olympiade ist somit ein Konjunkturbeschleunigungsprogramm. Dabei geht es nicht nur um Schienenwege und Straßenausbauten, sondern es geht in Bezug auf Kiel vor allem um die Neugestaltung der Segelsportinfrastruktur in Schilksee. Wenn wir weiterhin ein internationaler Segelstandort bleiben wollen, dann müssen wir auch hier investieren. Und deshalb macht es Sinn, diese Investitionen mit dem Großereignis Olympische Spiele zu verbinden. 

Und genau aus diesem Grunde ist das Land auch bereit, hier finanziell Unterstützung zu leisten. Wir sehen die enormen sportlichen Chancen und wir sehen auch die Chancen, die die Olympischen Spiele im Tourismus bieten. Auch dabei geht es nicht nur um die 2 Wochen, in denen die Spiele stattfinden. Es geht um die Schaffung von Infrastruktur für den Sport und den Tourismus und es geht um die enorme Imagewirkung, die die Olympischen Spiele haben werden. 1972 hatten die Olympischen Spiele in München und Kiel eine ähnliche Auswirkung. Das damals kleine und schläfrige Schleswig-Holstein wurde zu einem modernen Land mit einer maritimen Sportinfrastruktur. Von dem Imagegewinn in 1972 profitierte das Land als Ganzes über Jahrzehnte. Kein Ereignis hat die Sicht auf Schleswig-Holstein so nachhaltig positiv beeinflusst wie die Olympiade 1972 in Kiel. 

Genau hier wollen wir jetzt wieder ansetzen und deshalb sehen wir die Investitionen in die Olympiabewerbung als Investitionen in die Zukunft des ganzen Landes. Auch dies ist ein Grund, warum wir schon im letzten Jahr begonnen haben, in die Sportstätteninfrastruktur zu investieren. Jährlich 2 Millionen Euro wollen wir hier einsetzen und wir beginnen – wie es sich für einen Olympiastandort am Wasser gehört – mit den Schwimmbädern im Land. Das ist zugegebenermaßen ein eher kleiner Teil, der ja auch nur mittelbar durch die Olympischen Spiele ausgelöst wird. Viel gravierender sind die Investitionen in die eigentliche Infrastruktur. 146 Millionen Euro werden die Olympischen Spiele in Kiel kosten. Man hat dabei genügend Risikopuffer einberechnet und somit ist man bei dieser Summe auf der sicheren Seite. Diese Summe wird von Bund, Land und Kommune getragen und natürlich auch von den Olympia-Organisatoren, die rund 33 Millionen Euro alleine hiervon tragen werden. Die Last wird also auf viele Schultern verteilt und die Vorzüge dieser Investitionen bleiben ausschließlich in Kiel und in Schleswig-Holstein. Günstiger kann man nicht an Infrastrukturverbesserungen kommen.

Darüber hinaus werden aber auch rund 100 Millionen Euro in private Investitionen fließen, die dauerhaft der Wirtschaft im Lande zugutekommen und die dauerhaft Arbeitsplätze in unserem Land schaffen. Neben den öffentlichen und privaten Investitionen in die Olympia-Infrastruktur insbesondere in der Stadt Kiel, werden wir aber wahrscheinlich auch noch bessere Chancen auf die schnelle Realisierung von Verkehrsprojekten haben. Es spricht einiges dafür, dass die B 404 schneller zur A 21 ausgebaut wird und es kann durchaus auch sein, dass auch die Verbindungen im öffentlichen Personennahverkehr in und um Kiel verbessert werden. All das würde es ohne Olympia so nicht geben können. Und deshalb ist die Olympiade ein Motor für die infrastrukturelle Entwicklung der Region.

Bei allem Herz für Wirtschaft und Infrastruktur ist aber der eigentliche Grund für die Olympischen Spiele nicht zu unterschätzen. Hierbei sollen sich Sportler aus aller Welt zum friedlichen sportlichen Wettkampf treffen. Das alleine ist schon Grund genug, sich für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele zu bewerben. Die Spiele sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Sport Menschen aus aller Welt verbindet und sie sind immer noch ein Zeichen für den Friedenswillen in der Welt. Auch deshalb wünschen wir uns als SSW die Olympischen Spiele nach Kiel. Und deshalb sagen wir: Ja zu Olympia! 

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: