Aus für den Wirtschaftshafen am Ostufer?

FL 45-2017 29.11.2017 13:31

Daniel Dürkop: Beerdigung auf Raten

Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung wurde am Dienstag, den 28. November, über die Zukunft des Hafen Ostufers entschieden. Daniel Dürkop, bürgerschaftliches Mitglied des SSW, ist sich sicher, dass das Schicksal des Wirtschaftshafens besiegelt ist: „Der vorliegende Antrag zielt im Kern auf zwei Punkte: die Entwicklung der ungenutzten Silos für den Wohnungsbau und die Bestandsgarantie des Wirtschaftshafen für die nächsten fünf Jahre. Während die SSW-Fraktion dem innovativen, sozialen Wohnungsbau durchaus eine Chance geben möchte, ist unsere Haltung beim Wirtschaftshafen ein klares Ja für dessen Erhalt und weitere Nutzung. Damit das Schiff eine ökologische Alternative im Frachtverkehr bleibt, müssen entsprechende Strukturen vorhanden sein. Und Flensburg hat nun einmal einen Wirtschaftshafen, dessen Umschlag gerade im letzten Jahr kräftig gewachsen ist.“

Dürkop zeigte sich enttäuscht, dass sich die Bekenntnisse der antragstellenden Fraktionen, und zwar SPD, CDU und FDP, zum Erhalt des Wirtschaftshafen als  hohle Phrasen entpuppten: „Die Grünen hatten vorgeschlagen, den Antragstext zu erweitern, so dass nach fünf Jahren Bestandsgarantie noch einmal über den Wirtschaftshafen abgestimmt werden soll. Das lehnte die Mehrheit ab. Für mich ganz klar: nach fünf Jahren ohne Investitionen in bessere Anlagen rechnet wohl niemand mehr damit, dass im Wirtschaftshafen überhaupt noch Leben ist. Das ist eine Beerdigung auf Raten. Investoren wollen einen Planungshorizont; fünf Jahre sind dafür zu kurz. Darum hatte der SSW in einem Änderungsantrag eine Bestandsgarantie bis 2032 vorgeschlagen.“

Und nun?

Dürkop verweist auf die Sitzung der Ratsversammlung, die am 7. Dezember das endgültige Votum abgeben wird: „Wir werden in den anderen Ratsfraktionen für den Bestand des Wirtschaftshafens werben. Vor allem wollen wir verhindern, dass dem Wirtschaftshafen nach und nach Flächen entzogen werden, die beispielsweise die Werft dringend für die Zwischenlagerung großer Fertigteile benötigt.“