CDU-Antrag zum Wildschweinzaun: Geht es auch eine Nummer kleiner?

FL 34-2019 29.04.2019 11:21

Zu dem Vorschlag der CDU-Ratsfraktion, das Auswärtige Amt in der Diskussion um den Wildschweinzaun im Kollunder Wald einzuschalten, sagt die SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck:

Auch der SSW sieht den Bau eines Wildschweinzauns im Kollunder Wald bekanntlich skeptisch. Ob ein Zaun eine geeignete Maßnahme gegen die Afrikanische Schweinepest ist, darf zumindest bezweifelt werden. Unbestritten ist hingegen, dass er zu Beeinträchtigungen für die lokale Fauna führen wird. Deshalb ist es richtig und wichtig in den Dialog mit der dänischen Regierung zu treten, um eine gemeinsame Lösung für den Kollunder Wald zu finden.

Den Antrag der CDU hingegen lehnen wir ab. Hier wird ohne nähere Erläuterung ein fiktives Gefahrenszenario für die gesamte deutsch-dänische Zusammenarbeit aufgebauscht. Und auf dieser Grundlage soll nun gar das Auswärtige Amt gegen den dänischen Staat in Stellung gebracht werden. Geht es auch eine Nummer kleiner?

Aus der Mitteilungsvorlage der Verwaltung geht hervor, dass die dänische Seite Dialogbereitschaft zur Zaungestaltung signalisiert hat, ansonsten sich aber rechtlich auf der sicheren Seite wähnt. Daher sollte die Oberbürgermeisterin zügig einen Termin mit dem dänischen Umweltminister ausmachen und dort im persönlichen Gespräch die Bedenken der Stadt Flensburg  vortragen, um nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. So gehört sich das nämlich, wenn einem wirklich an grenzüberschreitender Zusammenarbeit gelegen ist. Der Vorstoß von der CDU hingegen strotzt vor Aktionismus, und würde dem Verhältnis zu unseren dänischen Nachbarn mehr schaden als nutzen.