Erich Seifen: Flensburg hat kein ordentliches Frühwarnsystem für Hochwasser

FL01-17 10.01.2017 09:54

Das Hochwasser am 5. Januar hat erhebliche Schäden angerichtet. SSW-Ratsherr Erich Seifen: „Ich frage die Verwaltung, wie hoch die Schäden genau sind und was gegen eine Wiederholung getan wird.“

Der Vorsitzende des Ausschusses für Bürgerservice, Schutz und Ordnung möchte den Hochwasserschutz auf der nächsten Sitzung diskutieren: „In den letzten Jahren hat sich offenbar eine trügerische Sicherheit eingestellt, weil das Hochwasser nicht mehr die schlimmen Schäden angerichtet hat wie noch vor vierzig oder fünfzig Jahren. Das liegt auch an städtischen Baumaßnahmen. Aber der Jahresbeginn hat gezeigt, dass wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen können. Die Stadt verfügt nicht einmal über ein ordentliches Frühwarnsystem. Die Hafenanwohner und -Anwohnerinnen müssen selbst die Informationen zusammensuchen. Vor allem in den Nachtstunden fühlten sich die Betroffenen allein gelassen.“

Seifen will das nicht auf sich beruhen lassen: „Ich frage die Verwaltung, warum der Krisenstab erst ab einer Hochwasserhöhe von 2 Metern zusammentritt. Dann ist das Westufer schon überflutet. Das muss geändert werden. Außerdem müssen alle verfügbaren Prognosen herangezogen werden. Das Dänische Meterologische Institut (DMI) hatte die Hochwasserhöhe für Sønderjylland besser vorausgesagt als der Deutsche Wetterdienst. In Flensburg hat das bloß kaum jemand mitbekommen. Hier ist der Krisenstab gefordert, aktuelle Informationen zu verbreiten, zum Beispiel über Twitter oder andere soziale Medien.“

Darüber hinaus beklagen die Betroffenen den unzureichenden Hochwasserschutz im Abwassersystem: „Das Hochwasser drückte sich über die städtischen Leitungen in Häuser und Geschäfte hinein. Wie wird hier Abhilfe geschaffen werden?“

Andere schleswig-holsteinische Gemeinden haben vorausschauend ihren Hochwasserschutz verbessert. Ein Vorbild für Flensburg, sagt Seifen: „Bund und Land unterstützen entsprechende Investitionen teilweise bis zu 90%. Entsprechende Vorhaben müssen darum schnellstmöglich geplant und beantragt werden.“