Flensburg steigt um!

FL42 01.11.2016 13:09

Susanne Schäfer-Quäck: „In Sachen attraktiver Bahnanschluss muss Flensburg am Ball bleiben.“

CDU, SPD und Grüne haben sich für die Beibehaltung der bestehenden Struktur und Anbindung Flensburgs durch den Schienenverkehr und damit gegen die Empfehlungen des Gutachtens ausgesprochen. Susanne Schäfer-Quäck, Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion: „Mir wird ganz bange bei der Vorstellung, dass Flensburg in der Hand einer Weiter-so-Koalition ist. Die Parteien und Fraktionen, die die zukünftige Oberbürgermeisterin Simone Lange unterstützen, zeigen in den letzten Wochen, dass in Flensburg alles so bleiben soll, wie es ist. Obwohl der Bahnhof nur unzureichend an den ÖPNV angebunden ist und zu wenige Parkplätze für Pendler bietet, sollen entsprechende Vorschläge der Bahn AG in der Schublade bleiben. Dieser Stillstand ist ein Rückschritt, denn Flensburgs Anbindung an die Schiene muss umgehend verbessert werden, nicht zuletzt um die Klimaschutzziele der Stadt tatsächlich zu erreichen.“

SSW und WIF beantragen die Weiterführung der so genannten Bahn AG, die auf Grundlage eines Gutachtens eigene, realistische Forderungen erarbeitet hatte. Schäfer-Quäck: „Wir stecken nicht den Kopf in den Sand. In Sachen attraktiver Bahnanschluss muss Flensburg am Ball bleiben.“

SSW-Ratsherr Glenn Dierking: „Besonders die in den letzten Monaten entstandenen Diskussionen im Rahmen der Reaktivierung der Strecke Flensburg – Niebüll, die mit Emotionen, Vermutungen und Unterstellungen geführt wurden, machen deutlich, dass eine Fortführung der AG Bahn beschlossen werden sollte. Dieser Aufgabe sollte sich das Oberzentrum der Region Flensburg, vertreten durch die AG Bahn, stellen. Dazu müssten Vertreter aus Verwaltung und Politik der beiden Nachbarkreise eingeladen werden.“

Landesregierung und Bahn investieren durchaus in den Schienenverkehr. Durch die Fortschrittsverweigerung der Ratsmehrheit fließen die Investitionen aber weitgehend in den Süden Schleswig-Holsteins. Dierking: „2019 bis 2028 wird voraussichtlich der gesamte Schienenverkehr der Vogelfluglinie im Zuge der Bauarbeiten der Fehmarnbeltquerung über den Jütlandkorridor umgeleitet werden. Die umgeleiteten Fernzüge werden aber nicht in Flensburg halten, weil die Stadt Flensburg mit ihren niedrigen Passagierzahlen für die Deutsche Bahn kein attraktiver Kunde ist.“