Hafenwirtschaft als ökologische Alternative unterstützen

FL 44-2017 27.11.2017 13:22

Glenn Dierking: Tote Hose im Hafen? Nicht mit uns!

Die Planungen zur zukünftigen Nutzung des Hafen Ostufers werden immer konkreter; inzwischen liegt ein Antrag von CDU, SPD und FDP im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung (SUPA) vor. SSW-Ratsmitglied Glenn Dierking zeigt sich enttäuscht: „Flensburg im Griff von Investoren und Spekulanten? Diesen Eindruck entsteht, wenn man liest, wie viele neue Luxus-Wohnungen am Ostufer geplant werden. Damit gerät nicht nur der Wirtschaftshafen unter Druck, sondern auch die Industriebetriebe am anderen Ufer mit insgesamt 3.000 Arbeitsplätzen. Die können sich schon mal auf Lärm-Klagen einstellen. Außerdem ist der Westhafen abhängig von Lager- und Zwischenlagerflächen am Ostufer, die mit der neuen Planung wegfallen sollen. Für mich macht das Ganze keinen guten Eindruck.“

Der SSW spricht sich für den Erhalt des Wirtschaftshafens aus. SSW-Ratsmitglied Edgar Möller: „Aus gutem Grund! Der Hafenumschlag am Harniskai ist nach Auskunft der Schiffsmakler im Aufwind. Innerhalb eines Jahres stieg der Umschlag um fast 50%. Die Richtung stimmt also, schließlich ist der Transport per Schiff umweltfreundlich und vermeidet Staus. Außerdem ist der Hafenumschlag doch das Herz des Hafens. Ansonsten gleicht auch Flensburg den vielen Freizeithäfen längs der deutschen Ostseeküste, die schon ganz ohne Wirtschaftshafen auskommen. Das wäre sehr bedauerlich.“

Der SSW will Planungssicherheit für den Wirtschaftshafen, auch im Vorgriff auf den Bau des neuen Krankenhauses. Glenn Dierking: „Sollen Kies und Beton per LKW angekarrt werden oder doch lieber mit dem Schiff, das auch noch wirtschaftlich rentabler ist? Im Sinne des Klimapaktes kann man nur für das Schiff sein.“

Der SSW fordert Planungssicherheit für den Wirtschaftshafen und eine belastbare Entwicklungsperspektive für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre.  Dierking: „Im vorliegenden SUPA-Antrag soll wohl nach fünf Jahren Schluss sein, denn nur so lange gilt in diesem Text die Planungssicherheit. Wir sollten den Wirtschaftshafen aber nicht zurückschneiden und einschnüren, sondern genau das Gegenteil tun und in die Verkehrsflächen investieren. Wir haben angesichts der leeren Silos eine einmalige Chance, einen modernen, unverwechselbaren Hafen zu entwickeln. Darum beneiden uns manche Ostseeanrainer. Diese Chance dürfen wir nicht vertun. Genau hier sehe ich eine große Gefahr, dass wir durch eine stückweise Überplanung einen Freizeithafen durch die Hintertür bekommen. Dann ist in absehbarer Zeit tote Hose im Hafen. Nicht mit uns.“

Dierking kündigte einen SSW-Antrag für die Nutzung des Silogeländes an.