Kita-Qualitätsausbau mit Augenmaß angehen

FL38 28.09.2016 09:57

Susanne Schäfer-Quäck: Wir lehnen den Hinterzimmer-Kompromiss ab

Die Flensburger Ratsversammlung hatte im November 2015 eine Qualitätsoffensive für die Kita auf den Weg gebracht: längere Öffnungszeiten, mehr Personal pro Gruppe und nicht zuletzt der flächendeckende Einsatz von Heilpädagogen und Heilpädagogen. „Schon da liefen die ratsinternen Verhandlungen über die Finanzierung dieser Vorhaben“, erinnert sich die Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Susanne Schäfer-Quäck. „Der SSW wollte die Finanzierung auf möglichst viele Säulen stellen, um die Belastung gerecht zu verteilen. Qualität kostet nämlich enorm viel Geld.“ Bei den diversen Runden waren selten alle Fraktionen vertreten. „Stattdessen wurde hinter verschlossenen Türen gefeilscht.“  

Letzte Woche legten CDU, SPD und Grüne einen Vorschlag auf den Tisch.

„Wir lehnen den Hinterzimmer-Kompromiss ab. Einen offenen Informationsabend für die Bürgerinnen und Bürger, wie noch nach den Ratsbeschluss fest vereinbart, soll es gar nicht mehr geben. Mit meiner entsprechenden Anfrage stieß ich gestern im Hauptausschuss auf Granit. Dabei steht seit Bekanntwerden der Pläne bei uns das Telefon nicht mehr still. Viele Flensburgerinnen und Flensburger beschweren sich, dass sie gar nicht in die Entscheidungen eingebunden wurden. Diese Chance wird vertan.“

Der SSW setzt sich für die Qualitätsverbesserung ein, möchte diese aber schrittweise einführen. Schäfer-Quäck: „Seriös gerechnet kosten alle Maßnahmen zusammen über 16 Mio. Euro. Das gibt der Haushalt einfach nicht her. Den großen Schluck aus der Flasche bei der Grundsteuer verteuert das Wohnen und treibt gerade junge Familien in die Nachbargemeinden. Das wollen wir unter allen Umständen verhindern. Der SSW schlägt daher vor, erst an dem 1. Januar 2018 die heilpädagogische Begleitung in jeder Gruppe zu finanzieren. Das gleiche gilt für die Bezuschussung der neunten und zehnten Betreuungsstunde durch die Stadt. Damit werden wir die Familien entlastet, müssen den Schritt aber verschieben.“

Ein entsprechender Änderungsantrag liegt vor.

Schäfer-Quäck: „Wir werden die Mehreinnahmen der Gewerbesteuer in die Qualitätsoffensive einfließen lassen; das sind 4 Mio. Euro. Viele Unternehmen profitieren nämlich von der guten Kita-Infrastruktur in Flensburg, weil sie die jungen Fachkräfte entlastet.“