Regionalverkehrsplan wird erneuert

FL19 14.04.2016 15:13

Glenn Dierking: „Ärgerlich, dass alle Mittel für Reaktivierung von Schienenstrecken nach Holstein fließen!"

Vertreter regionaler Verkehrsgesellschaften trafen sich am Mittwochabend mit SSW-Kommunalpolitikern aus den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg und dem SSW-Landesvorsitzenden Flemming Meyer. 

SSW-Ratsherr Glenn Dierking: „Der Regionalverkehrsplan wird im Laufe der nächsten Monate in den politischen Gremien, also Kreistagen und der Flensburger Ratsversammlung, diskutiert und die neuen Rahmenbedingungen verabschiedet werden. Diese gelten dann von 2017 bis 2021 im gesamten Landesteil Schleswig. Die besten Ergebnisse erzielen wir bei koordiniertem Vorgehen. Und genau das hat der SSW initiiert.“

Die  kreisüberschreitende Zusammenarbeit ist eines der Punkte, die der neue Nahverkehrsplan berücksichtigen soll. Dierking: „Für die Nutzer kommt es darauf an, dass Verbindungen klappen; Kreis- oder Stadtgrenzen sollten keine Rolle spielen. Das ist unser Ziel.“

Alle SSW-Vertreter lobten die gute Arbeit der Unternehmen, die es fortzusetzen gelte.

Der Bahnverkehr im Landesteil müsse allerdings  aus seinem Schattendasein heraustreten. „In Flensburg haben wir mit dem Bahngutachten bereits hervorragende Vorarbeit geleistet. Jetzt wissen wir, wie wir das Bahnfahren attraktiver machen können. Dazu gehört die Reaktivierung der Strecke Niebüll-Flensburg, die unbedingt nach oben auf die Prioritätenliste der Landesregierung gehört. Es ärgert mich, dass alle Mittel für Reaktivierung von Schienenstrecken nach Holstein fließen. Hier werden wir lauter auf uns aufmerksam machen müssen.“

Politisches Ziel des SSW bleibt ein gutes Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr. Dierking: „Wenn wir es ernst meinen, müssen wir weiter investieren, und zwar in die Verdichtung des Angebotes, umweltschonende Antriebstechnik und in die Barrierefreiheit. Die nötigen politischen Weichen werden jetzt gestellt. Allerdings warne ich davor, unrealistische Wunschkataloge zu formulieren. Wir werden nur mit realistischen Szenarios den ÖPNV wirklich weiter entwickeln.“ 

Ein weiteres Thema: die Abstimmung der Anbieter. Dierking: „In Flensburg fährt beispielsweise die Autokraft auf der Linie 13 als Stadtbus und verbindet Tarup mit der Innenstadt. Reibungslos. Aber als Nutzer kann man das nicht erkennen, weil die Busse mit den Überlandnummern gekennzeichnet sind. Das muss geändert werden, damit die guten Angebote besser genutzt werden.“