SSW mobilisiert gegen Plastik in der Biotonne

FL 19-2018 22.06.2018 12:31

Siggi Pfingsten: Jetzt ist genug

Das Greenpeace-Schiff „Beluga2“ macht auf seinem Törn in der Ostsee heute Halt in Flensburg. Hintergrund ist das Auftreten von Mikroplastik in der Antarktis. Darum appelliert Greenpeace an die Verbraucherinnen und Verbraucher, keine Kosmetika mit Kunststoff-Komponenten zu kaufen. 

Global denken - lokal handeln, sagte sich SSW-Ratsherr Siggi Pfingsten. Er möchte eine Untersuchung des Anteils von Plastik in der Förde anstoßen. Vor dem Hintergrund der massiven Verunreinigung der Schlei mobilisierte er Mitstreiterinnen und Mitstreiter gegen Plastik in der Biotonne.  Dazu hatte der umweltpolitische Sprecher der SSW-Ratsfraktion eine kleine Auswahl grüner Mülltüten mitgebracht, die er in Flensburger Geschäften gekauft hatte. 

Die Tüten müssen manuell sortiert werden, wie andere Plastiktüten auch, weil sie nicht ausreichend schnell verrotten. Auch für Biogasanlagen sind sie ungeeignet, da sie nicht vergären. Darum sollten diese Tüten nicht im Biomüll landen: „Ich bin davon überzeugt, dass in den Biomüll überhaupt kein Plastik gehört, sondern nur natürliche Abfallstoffe. Darum setze ich mich dafür ein, dass in Flensburg keine Plastiktüten mehr in der Biotonne landen. Alternativen aus Papier sind möglich. Oder man macht aus Zeitungspapier selbst eine Tüte.“ Ein Plastikverbot in der Biotonne sei schon in vielen Landkreisen durchgesetzt; dort würden Biotonnen, in denen Plastiktüten gefunden werden, nicht mehr geleert. Siggi Pfingsten kündigte einen entsprechenden Antrag für die Ratsversammlung an.

Der Landtag hatte sich in der letzten Woche für ein bundesweites Verbot von Plastik im Biomüll ausgesprochen. SSW-Landesvorsitzender Flemming Meyer, MdL: „Es gibt eine Lücke im System, die es zulässt, dass Bioabfälle bis zu 0,5% der Trockensubstanz Fremdstoffe aufweisen dürfen, so steht es in der Bioabfallverordnung. Gleiches gilt für Gärreste und Komposte nach der Düngeverordnung. Der Grenzwert von 0,5% Fremdstoffen im Biomüll muss weg.“