„Alles richtig gemacht“

071 22.04.2015 14:33

Die Tourismuszahlen steigen, auf der gesamten Insel soll es kostenloses W-Lan geben, die Offshore-Industrie boomt, wichtige Infrastrukturmaßnahmen laufen noch dieses Jahr an. Und: Halunder Friesisch wird hier bereits ab dem Kindergarten gelehrt. SSW-Landtagschef Lars Harms gab sich bei seinem Ortstermin auf Helgoland/Deät Lun schwer beeindruckt.

„Die Insel entwickelt sich prächtig. Ihr habt alles richtig gemacht“, zollte der Vorsitzende des SSW im Landtag den Helgoländern dann auch seinen Respekt, als er sich kürzlich nach einem zweitägigen Ortstermin von der friesischen Nordseeinsel verabschiedete.  

Der Informationsbesuch des SSW-Frontmannes im Landtag galt nicht zuletzt seinen SSW-Freunden in der Gemeinde Helgoland, wo die dänisch-friesische Minderheitenpartei historisch bedingt traditionell stark steht: Bei den Kommunalwahlen 2013 errang der SSW hier ganze vier der insgesamt 13 Sitze in der Gemeindevertretung (CDU 4, SPD 5) und bringt somit einiges an Gewicht auf die politische Waagschale auf der Insel. 

Lars Harms nahm erfreut zur Kenntnis, dass der Tourismus als wichtigstes Standbein Helgolands sich weiterhin prächtig entwickelt. Denn während der Großteil des Gästeaufkommens nach wie vor auf Tagesgäste zurückzuführen ist, die den zollfreien Einkauf schätzen, sind zugleich die Übernachtungszahlen massiv gestiegen. 

„Mehr als 73.000 Gäste bleiben heute länger als nur bis zur nächsten Fährabfahrt. So kommen wir mittlerweile auf knapp 300.000 Übernachtungen pro Jahr“, erläuterte der frisch gewählte Vorsitzende des SSW Helgoland, Peter Krüss. 

„Imposante Zahlen“, befand Lars Harms. 

Noch in diesem Jahr sollen wichtige Baumaßnahmen anlaufen, um den Tourismus weiter zu stärken. Im Binnenhafen soll eine Marina entstehen, die Kurpromenade grundlegend saniert werden. Hinzu kämen eine Vielzahl von weiteren Zukunftsplänen vom Café bis hin zum Wellness-Hotel, konnte Peter Krüss berichten. Zudem sei gemeinsam mit dem Freifunk-Projekt ein inselweites Gratis-W-Lan-Netz geplant.  

Auch die Gewerbesteuereinnahmen entwickeln sich gut, nicht zuletzt dank des Offshore-Booms. Ganze drei nahegelegene Meeres-Windparks nutzen Helgoland als Festlandbasis, so Krüss. 

Ein großer Wunsch ist jedoch bisher offen geblieben: 

„Wir wollen gern die Landungsbrücke ausbauen, damit die neuen großen Schiffe künftig nicht weit entfernt am Südhafen, sondern direkt am Zentrum der Insel anlegen können“, erklärte der SSW-Ortsvorsitzende.  

Ein solcher Neubau würde je nach Version zwischen 28 und 43 Mio. Euro kosten. „Ohne finanzielle Unterstützung von Bund und Land wird das nicht zu schaffen sein“, so Krüss. 

Ein weiteres wichtiges Thema war die Stärkung der friesischen Sprache. Rund ein Drittel der Inselbewohner beherrscht das auch im Amtsgebrauch zugelassene „Halunder“ genannte Helgoländer Friesisch. 

Lars Harms hob anerkennend hervor, dass bereits heute viel unternommen wird, um die traditionelle Sprache der Insel zu bewahren - so wird Halunder Friesisch wird bereits im Kindergarten und auch in der Schule gelehrt. Der Landtagsabgeordnete brachte zudem weitere Vorschläge ein, wie sich die Förderung der friesischen Sprache noch verbessern ließe. 

So bestünde gemäß Erlass des Bildungsministeriums die Möglichkeit für Gemeinschaftsschulen und Gymnasien, Friesisch als Wahl- oder gar Wahlpflichtfach anzubieten. „Dies wäre absolut eine Überlegung wert“, so Harms. 

Zudem habe die Gemeindevertretung nach geltender Rechtslage (Friesisch-Gesetz) die Möglichkeit, friesische Sprachkenntnisse zum Einstellungskriterium zu erklären, so dass bei ansonsten gleicher Eignung   bevorzugt friesischsprachige Bewerber eingestellt werden können. 

Die Helgoländer SSW-Fraktion nahm die Vorschläge dankend auf und kündigte an, in Kürze entsprechende Anträge auf den Weg zu bringen.