Es stinkt zum Himmel

15.04.2014 19:13

Helgoland hat als hervorragendes Merkmal die reine Luft vorzuweisen und gerne wird damit geworben. Dies ist neben der geografischen Lage weit draußen im Meer unter anderem auch der Versorgung mit Fernwärme zu verdanken. Die gute Luft ist somit ein Grund, weshalb Helgoland berechtigt ist, den Titel Heilbad zu tragen. Dieses ist für Besucher mit Atemwegserkrankungen häufig Veranlassung, mehrmals im Jahr - auch im Winter - nach Helgoland zu kommen, da sie auf unserer Insel beschwerdefrei leben können.

Seit dem Jahr 2004 ist in Deutschland die Nutzung von Öfen, in denen Holz und Kohle verbrannt werden und dementsprechend Emissionen (CO2, Rauch, Feinstaub) erzeugen, sprunghaft angestiegen.

Dieser Trend zeigt sich leider auch auf Helgoland. Waren es zuerst nur einige wenige, schwanken die Angaben in 2013 zwischen 120 bis 180 stickoxiderzeugende Feuerungsanlagen. Es stellt sich als Nicht-Ofenbesitzer oft die Frage: „Was hier oder dort wieder verbrannt wird“, solch beißender Rauch zieht über unsere Insel.

In Kaminen dürfen nur bestimmte und gesetzlich zugelassene Brennstoffe verfeuert werden. Selbst diese Brennstoffe erzeugen aber Feinstaub und andere gesundheitlich bedenkliche Stoffe. Die Abgase belästigen im großen Umkreis die Nachbarn und mancher ist gezwungen wegen des Qualms die Fenster geschlossen zu halten. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass der Titel „Heilbad“ aberkannt wird.

Durch die vom Kraftwerk gelieferte Heizwärme braucht niemand zu frieren. Zudem besteht auf Helgoland Anschluss- und Benutzungszwang. Aus der uns vorliegenden Satzung ist mithin ersichtlich, dass die Benutzung von Feuerungsanlagen nicht zugelassen ist. Die Gemeindeverwaltung - bzw. das Ordnungsamt - ist deshalb sogar dazu gezwungen den Betrieb solcher Anlagen zu untersagen.

Die Fraktion des SSW hat diesbezüglich einen Antrag eingebracht, die derzeit gültige Fernwärmesatzung durchzusetzen und den Betrieb von Feuerungsanlagen zum Heizen zu untersagen. Dabei geht es nicht darum, ab und zu einen gemütlichen Abend vor dem Kamin in Frage zu stellen.