Rettungshubschrauber auf der Düne?

15.04.2014 20:42

Der Offshore-Wartungsstandort Helgoland weitet sich immer mehr aus. Die Windkraftgebiete im sogenannten "HELWIN-Cluster" ca. 20 Kilometer nördlich unserer Insel sollen von hier aus per Schiff gewartet werden. Dazu werden im Südhafengelände mehrere Werkshallen und Kaianlagen gebaut. Bis dies geschehen ist, wird der Süd- und der Binnen (Scheiben)-hafen zur Nutzung der Offshore-Tender freigegeben.

Zusätzlich zu den SAR-Flügen werden außerdem maximal 900 Flüge pro Jahr (Start und Landung = ein Flug) der Offshore-Industrie vom Hubschrauberlandeplatz auf der Hauptinsel für Notfall-Betriebsstörungen aus getätigt werden können. Diese 900 Anflüge sollen nur für den Fall, dass eine Anreise per Schiff zu den Windkraftanlagen wegen Wind und Wetters nicht möglich ist, gestattet sein. Doch einem Windkraftkonzern sind allein 450 Flüge zugesprochen worden, was eine routinemäßige Anfahrt mit einem Schiff mehr als fraglich erscheinen lässt.

Nun kommt die Stationierung eines Rettungshubschraubers auf der Düne hinzu. Die Gemeindevertretung hat zwar einem bis zum 28.Februar 2014 befristetem Probebetrieb zugestimmt, doch diese Frist wurde seitdem umgangen. Morgens gegen 8 Uhr landete ein Rettungshubschrauber auf der Düne und startete meist erst nach 18 Uhr wieder gen Festland. Dadurch werden die Öffnungszeiten des Verkehrslandeplatzes nicht eingehalten.

Begründet wird die Stationierung mit der kurzen Flugzeit zu den Windkraftanlagen. Außerdem soll nicht nur der “HELWIN-Cluster“, wie von der Mehrzahl der Gemeindevertreter gefordert, bedient werden, sondern sämtliche bestehende und zukünftige Windkraftfelder in der Deutschen Bucht.

Der Helgoländer Bevölkerung soll ein schlechtes Gewissen eingeredet werden, sollte die Gemeindevertretung einem Rettungsstandort Düne zukünftig nicht zustimmen. Doch für die Sicherheit der Arbeitnehmer auf den Offshore-Plattformen ist nicht die Gemeinde Helgoland zuständig, sondern alleine der Betreiber. Was spricht dagegen einen Rettungshubschrauber direkt auf einer Plattform im „HELWIN-Cluster“ zu stationieren oder einen Notfallarzt mit zu den Wartungsarbeiten zu nehmen, anstatt in einem Notfall erst zeitraubend einzufliegen.

Der SSW spricht sich weiterhin für den Tourismus als erstes wirtschaftliches Standbein Helgolands aus. Da ist es kontraproduktiv einen Hubschrauber auf der Düne zu stationieren. Wenn überhaupt, sollten zusätzliche Hubschrauberflüge nur von der Hauptinsel unter Berücksichtigung der begrenzten Anzahl von 900 Flügen pro Jahr stattfinden. Aber auch hier ist auf eine Minimierung der Lärmbelästigung zu achten, denn unsere Feriengäste kommen wegen der Ruhe und der Erholung die sie hier genießen können.