Friesisch und dänisch

Natürlich bin ich stark durch meine friesische Identität geprägt. Friesisch sprechen und friesisch sein zieht sich somit durch meinen gesamten Alltag. Entsprechend bin ich natürlich in verschiedenen friesischen Vereinen und Vereinigungen Mitglied. 

Meine Heimat liegt sozusagen in der Friisk Foriining (Friesische Vereinigung) in deren Vorstand ich auch bin. Die Friisk Foriining arbeitet seit ihrer Gründung im Jahr 1923 für die Anerkennung und die Förderung der friesischen Minderheit auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens. Diese umfassende Sichtweise hat mich von Anfang an angesprochen. 

Gerade eine kleine Bevölkerungsgruppe – es gibt bei uns nur rund 10.000 Menschen, die friesisch sprechen können und vielleicht doppelt so viele, die es verstehen können – braucht ein Sprachrohr, das Visionen hat. Und dieses Sprachrohr ist die Friisk Foriining, die ihre Forderungen auch mit Taten, vor allem in der Spracharbeit, untermauert.

Der Ansatz der aktiven Sprachförderung hat mich auch seinerzeit Mitglied im Verein Nordfriesisches Institut werden lassen. Im Nordfriisk Instituut wird nicht nur wissenschaftliche Arbeit geleistet, sondern es werden eben gerade dort auch wichtige Beiträge zur Spracharbeit geleistet. Ein wichtiger Teil dieser Spracharbeit wird auch durch einen anderen Verein geleistet, in dem ich Mitglied bin. Die Rökefloose (Rabenschar) führt vielfältige Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen in friesischer Sprache durch. 

Mehr Informationen zu allen möglichen friesischen Themen kann man im friesischen Portal abrufen. Dort gibt es auch Links zu den 2000 Friesen im niedersächsischen Saterland und zum großen Bruder im niederländischen Westfriesland. Dort sprechen rund 350.000 Menschen Friesisch.

 

Meine enge Verankerung im SSW lässt sich aber nicht nur alleine mit meiner Verbundenheit zum Friesischen erklären. Schon seit Bestehen der Friisk Foriining arbeitet diese eng mit der dänischen Minderheit zusammen, um gemeinsam die Interessen der beiden Minderheiten zu vertreten. Auf dieser Grundlage wurde auch 1948 der SSW gegründet. Daher ist es nur logisch und selbstverständlich, dass ich durch die vielfältigen Kontakte innerhalb der Partei und mit der dänischen Minderheit Eingang in dänische Sprache und Kultur bekommen habe. 

Die dänische Kultur genießen zu können, ist für mich ein absolutes Privileg und ich bin froh, die kulturelle Vielfalt Nordfrieslands in ihrer vollen sprachlichen und kulturellen Breite erleben zu können. Dazu zählt auch, dass meine Kinder dänische Schulen besuchen und ich Mitglied in der dänischen Kulturorganisation Sydslesvigsk Forening bin.