Intensivtierhaltung kontra Tourismus in der Husumer Bucht

25.01.2014 02:07

Abschließende Stellungnahme der SSW-Fraktion zur geplanten Erweiterung der Schweinemastanlage in Finkhaushallig nach Gesprächen mit allen Beteiligten

Nach ihrer ersten Stellungnahme vom 06.01.2014 hat sich die Fraktion weiter intensiv mit der  Thematik befasst. Die umfangreichen Planungsunterlagen wurden gesichtet. SSW-Stadtverordnete Elke Kirchner teilt mit:
"Inzwischen haben wir konstruktive Gespräche mit allen Beteiligten geführt. Nicht nur mit der BI „Gute Luft für Finkhaus“, sondern gerade auch mit der Bauernfamilie 
Knudsen sowie mit dem Kreisbauernverband NF. Dies ist für uns selbstverständlich." 

Festzustellen bleibt:
1. Familie Knudsen erfüllt alle derzeit gültigen gesetzlichen Bestimmungen bei der Erweiterung  ihres Schweinemastbetriebes auf 2986 Mastschweine, sowie die geltende Düngeverordnung.

2. Pro Mastschwein ist in Stallgebäuden nur ein Platz von 0,75 qm pro Schwein verpflichtend  vorgesehen. Dieser Mindestanforderung kommt der Betrieb der Knudsens mit einem vorgesehenen Platzangebot von 1 qm pro Mastschwein nach.


3. Derzeit gibt es in S-H noch keine gesetzlichen Bestimmungen, die eine Abluftanlage ab einer Betriebsgröße von 2000 bzw. 3000 Schweinen vorsieht.- Dies halten wir allerdings im Bereich touristischer Schwerpunkte und in der Nähe von Wohnbebauung für absolut notwendig, um die Geruchsbelästigung zu minimieren!

4. Laut Landesentwicklungsplan von 2010 liegt das geplante Vorhaben in einem Gebiet mit besonderer Bedeutung für Tourismus und Erholung. Es befindet sich in großer Nähe zum  touristischen Schwerpunkt Husumer Dockkoog (laut Regionalplan immerhin einer der vier  Schwerpunkte in ganz NF). Im Gutachten zur geplanten Intensivtierhaltung in Finkhaushallig fehlt eine Untersuchung zur Auswirkung auf den Tourismus in der Husumer Bucht völlig.

5. Wesentliche öffentliche Belange sind im Gutachten nicht berücksichtigt worden. Daher hat die SSW-Fraktion fristgerecht eine Einwendung an das zuständige LLUR in Flensburg eingereicht.

Alle Fleischkonsumenten müssen sich fragen: Entspricht die gesetzliche Vorgabe von 0,75 qm Lebensraum pro Mastschwein einer wirklich artgerechten Tierhaltung? Wenn nicht, dann müssen aber auch Schweinefleischpreise von 2,99 € pro kg beim Discounter der Vergangenheit angehören.
Fraktionsvorsitzender Peter Knöfler meint: "Was wir brauchen, ist eine Besinnung hin zu Qualität, Förderung der artgerechten Produktion in der Region und eine Absage an eine immer größere, gewerbliche Agrarindustrie, bei der unsere schleswig-holsteinischen kleinen und mittleren  Bauernbetriebe letztlich auf der Strecke bleiben."