Sprachenbildung in Kitas: Jetzt Förderung beantragen

21.08.2019 14:06

Das Erlernen von Regional- und Minderheitensprachen hat sich in Nordfriesland zum Trend entwickelt. Immer mehr Menschen lernen Friesisch, Dänisch oder Niederdeutsch. Und das geht schon in der Kita los.

Denn 2017 hatte die Landesregierung auf Initiative des SSW ein Förderprogramm für die Sprachbildung in Kitas auf den Weg gebracht. Mit großem Erfolg, wie kürzlich eine Anfrage des SSW-Kreistagsabgeordneten Uli Stellfeld Petersen an den Kreis Nordfriesland ergab. Demnach wird in Nordfriesland in sage und schreibe 31 Kita-Gruppen Friesisch angeboten. In weiteren 7 Kita-Gruppen werden Dänisch-Angebote gefördert – die Kitas der dänischen Minderheit nicht mitgerechnet. Und in ganzen 77 Gruppen gibt es ein Niederdeutsch-Angebot.

Ein fantastisches Ergebnis, findet Uli Stellfeld-Petersen: „Durch das Erlernen unserer Regional- und Minderheitensprachen bekommen die Kinder nicht nur einen Einstieg in die sprachliche Vielfalt Nordfrieslands, sondern auch in die Kultur und Geschichte der Minderheiten und unserer Region. Zudem zeigt sich immer wieder, dass mehrsprachig aufgewachsene Menschen tendenziell weltoffener und toleranter sind. Werte, die unsere Gesellschaft dringend braucht“, so der Langenhorner Kreistagsabgeordnete.

Nicht minder erfreut gibt sich der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms, der das Förderprogramm zu Zeiten der Küstenkoalition auf den Weg gebracht hatte. Er rät Kitas, die noch nicht vom Förderprogramm profitieren, schon jetzt Anträge zu stellen. Denn wenn die Nachfrage wie in den Vorjahren ansteige, dürfte der Fördertopf von derzeit insgesamt 500.000 Euro schnell aufgebraucht sein, so Harms. Allein nach Nordfriesland wurden 2019 nach Angaben des Kreises mehr als 200.000 Euro ausgeschüttet.

Die Landesförderung beträgt bis zu 2000 Euro pro Jahr und Gruppe für Personal- und Sachkosten. In diesem Jahr haben landesweit 233 Kitagruppen vom Förderprogramm Gebrauch gemacht und zusammen rund 467.000 Euro erhalten. Den Löwenanteil verbuchten neben Nordfriesland die Kreise Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde und die Stadt Flensburg. Doch auch in Lübeck, Dithmarschen und Ostholstein gingen Zuwendungsbescheide ein.  

Anträge für 2020 können noch bis April gestellt werden.