Ausbildung zu pharmazeutisch-technischen Assistenten und Assistentinnen

28.08.1997 14:16

Von: Anke Spoorendonk

Die bisherige Debatte bestätigt unsere grundsätzliche Einigkeit darüber, daß der PTA-Zweig an der Theodor-Litt-Schule aufrechterhalten werden soll.

Die Argumente, die dafür sprechen, überwiegen bei weitem. So gibt es keine weitere staatliche PTA-Schule. Bei Schließung gäbe es somit auch keine andere Möglichkeit einer kostengünstigen Ausbildung. Ausschließlich private Schulen zu betreiben wäre zumindest aus der Sicht des SSW deshalb nicht vertretbar, weil dies zu einer Ungleichbehandlung führen würde. Viele Schülerinnen müßten dann auf die von ihnen angestrebte Ausbildungsrichtung verzichten, die sie schlicht nicht finanzieren könnten.

Durch die Schließung würden Ausbildungsplätze verlorengehen. Nach Angaben der Theodor-Litt-Schule handelt es sich um 75 Ausbildungsplätze jährlich. Das ist schon eine beachtliche Anzahl. Noch beachtlicher ist aber, daß diese Anzahl von Ausbildungsplätzen mit der Anzahl späterer sicherer Jobs gleichgesetzt werden kann. Der Bedarf an ausgebildeten PTA ist so groß, daß niemand aufgrund dieser Ausbildung in die Arbeitslosigkeit entlassen wird.
Der Beruf ist frauenfreundlich. Es besteht die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung. Gleichzeitig ist der Wiedereinstieg nach einer Erziehungspause möglich.

Wir haben es hier mit anderen Worten mit einem Ausbildungsberuf zu tun, der flexible Arbeitszeiten bietet und die spätere Beschäftigung sicherstellt.

Die Frauen-Union der CDU hat Anfang Juli die seitens des Kultusministeriums zum 01. August 1998 geplante Abschaffung der Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin massiv kritisiert. Daraufhin hat die CDU-Landtagsfraktion einen Gesetzentwurf zur Änderung des Schulgesetzes eingebracht, um die Ausbildung zu Pharmazeutisch Technischen Assistenten in das Schulgesetz aufzunehmen, wodurch der Ausbildungsgang gesichert werden soll.

Am 20. August hat Kollege Döring nun in einer Pressemitteilung angekündigt, daß die Landesregierung die rechtliche Absicherung schaffen will, um die Ausbildung zu pharmazeutisch-technischen Assistenten und Assistentinnen zu erhalten. Allerdings soll dies im Rahmen der ohnehin anstehenden Novellierung des Schulgesetzes im nächsten Jahr geschehen. Kollege Döring bekundet aber seinen Willen, sich dafür einzusetzen, daß die Stadt Neumünster die von ihr bereitgestellten und zwischenzeitlich auf Eis gelegten 1,6 Mio. DM für die Modernisierung der Labore wieder freigibt.

Ich halte es für falsch, der Stadt Neumünster den Schwarzen Peter zuzuschieben. Es ist einleuchtend und verständlich, daß die Stadt Gelder zurückhält, so lange sie nicht weiß, was aus dem Ausbildungsgang werden soll. Verständlich ist demgegenüber nicht, weshalb mit der Änderung des Schulgesetzes gewartet werden soll. Sicherlich steht eine Novellierung des Gesetzes für das nächste Jahr an. Das hat das Bildungsministerium jedoch nicht daran gehindert, einen Gesetzentwurf zur Änderung des Schulgesetzes vorzulegen, der zwischenzeitlich vom Kabinett verabschiedet wurde und sich nun im Haushaltsbegleitgesetz wiederfindet, das demnächst beraten werden wird.

Die Stadt Neumünster hat einen Anspruch darauf, Brief und Siegel darauf zu erhalten, daß die nunmehr beabsichtigte Aufrechterhaltung des Ausbildungsganges PTA sichergestellt wird.

Der SSW stimmt der Änderung des Schulgesetzes deshalb zu.