Die individuelle und bestmögliche Förderung aller Kinder ist unser Ziel

22.05.2015 13:17

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 36 - Bericht - schulische Assistenz

In der Diskussion um Inklusion und Schulassistenz zeigt sich mal wieder eindrucksvoll, wie stark das Misstrauen mancher Menschen gegenüber Innovationen sein kann. Die Idee einer möglichst umfassenden inklusiven Schule mag ja nicht jedem schmecken. Zeitgemäß ist sie allemal. Und nicht erst mit den ersten Schritten im Rahmen unseres Inklusionskonzepts dürfte deutlich geworden sein, dass wir hier keine halben Sachen machen.

Für SSW, Grüne und SPD steht fest: Wenn Inklusion wirklich gelingen soll, dann müssen wir auch neue Wege gehen. Schulassistenten gehören dazu. Sie unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer im Schulalltag und sind dabei für alle Lerngruppen zuständig. Also sowohl für Kinder mit und ohne Behinderung. Und sie sind als wichtiger Bestandteil multiprofessioneller Teams grundsätzlich mitverantwortlich für die innerschulische Förderung unserer Schülerinnen und Schüler. Ich finde es wirklich schwierig, wenn man nun einerseits immerzu den Bedenkenträger spielt, und uns andererseits vorwirft, wir würden hier viel zu wenig tun.

Es ist doch völlig klar, dass wir unsere Lehrerinnen und Lehrer nicht mit der Aufgabe Inklusion alleine lassen. Wir wollen eine wirklich inklusive Schule und sehen deshalb gar keine Alternative zum multiprofessionellen Ansatz. Aus Sicht des SSW ist es also gut und richtig, dass die Arbeit der Lehrkräfte zukünftig durch Schulbegleitung und Schulische Assistenz flankiert wird. Bekanntlich ist es nun nach zähen Verhandlungen gelungen, auch die schulische Assistenz an den Grundschulen im Land zu verankern. Und nicht zuletzt weil es unsere Kinder sind, die hiervon schon zeitnah profitieren, möchte ich allen Verhandlungspartnern ausdrücklich danken.

Um ehrlich zu sein, verstehe ich die Bedenken der Opposition in diesem Punkt nicht wirklich. Die Aufgabe von schulischen Assistentinnen und Assistenten ist klar definiert: Sie unterstützen nicht nur die Lehrkräfte während des Schulalltags, sondern vor allem die Schülerinnen und Schüler im sozialen und emotionalen Bereich. Ziel ist es, sowohl ihr Sozialverhalten wie ihre Integration in den Klassenverband zu stärken und dadurch ihre dauerhafte schulische Teilhabe zu sichern. Daneben sollen sie nicht nur Lehrerinnen und Lehrer sondern auch Schüler bei besonderen Projekten wie etwa Klassenfahrten unterstützen. Und nicht nur die Frage der Finanzierung, sondern auch jene nach Qualifikation und Fortbildung ist mittlerweile eindeutig geklärt.

Wie Sie wissen hat die Landesregierung die Verhandlungen zur Schulassistenz sehr gründlich geführt und im Verlauf mit allen Betroffenen gesprochen. Hierzu gehören selbstverständlich auch die freien Wohlfahrtsverbände, deren LAG noch gestern eine Pressekonferenz im Haus abgehalten und einen Systemwechsel für mehr Inklusion an unseren Schulen gefordert hat. Natürlich ist die Idee der Hilfe aus einer Hand auch mit Blick auf Inklusion an Schulen charmant. Die Erfahrung zeigt aber, dass allein die notwendige Reform der Eingliederungshilfe kaum von jetzt auf gleich zu realisieren ist. Doch gerade weil wir das gemeinsame Ziel einer inklusiven Schule von hoher Qualität fest im Blick haben, begrüßen wir die konstruktive Rolle der Landesarbeitsgemeinschaft ausdrücklich.

Im Übrigen zeigt die gefundene Vereinbarung mit den Kommunen ja, dass die freien Träger mit ihrer Expertise - je nach gewählter Option - auch im Bereich Schulassistenz eingebunden werden. Insgesamt gesehen halten wir auch bei diesem wichtigen Teilbereich unseres Inklusionskonzepts Wort. Die schulische Assistenz wird von uns mit jährlich 13,2 Millionen Euro finanziert und wie angekündigt bereits ab dem Schuljahr 2015/2016 kommen. Das Land steht hier nicht nur für die Fortbildung - und damit für die Qualität - ein, sondern sichert im Zweifel auch den flächendeckenden Einsatz der Schulassistentinnen und Schulassistenten. Denn wie bereits erwähnt, können wir diese Stellen übergangsweise auch zentral veranschlagen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, weil wir hierdurch sichergehen, dass wirklich alle Grundschulen zeitnah Schulische Assistenzen erhalten. Was bedeutet, dass wir möglichst viele Kinder ihrem Bedarf entsprechend fördern können.

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html