Familienbildung

27.09.1996 11:47

Von: Anke Spoorendonk

Familienbildungsarbeit ist unentbehrlich. Heute haben immer mehr Menschen zu wenig Kompetenzen im Umgang mit Kindern und Familie haben.

Der Bielefelder Familienforscher Franz-Xaver Kaufmann drückt es so aus: Immer mehr mehr Erwachsene und Jugendliche sind von dem Umgang mit Kindern „entwöhnt“. Sie erleben keine Kinder in ihrem Lebensumfeld und wissen nicht, wie sie mit ihnen umgehen sollen und eventuelle Konflikte lösen sollen.

In einer solchen Situation ist es wichtig, daß diesen Menschen die Gelegenheit gegeben wird, jenes Wissen zu erwerben, das ihnen in dem verantwortungsvollen Umgang innerhalb einer Familie und mit Kindern fehlt.Eine Möglichkeit diese Handlungskompetenzen zu vermitteln, ist die Familienbildung. Gute Familienbildung zeichnet sich dadurch aus, daß die Zugangsschwelle niedrig ist. Damit werden auch jene Menschen angesprochen, die nicht an den Umgang mit Bildungsangeboten gewohnt sind. Das halte ich für einen besonders wichtigen Punkt, denn gerade in sozial schwächeren Umfeldern ist der Bedarf an erzieherischer und famlienbezogener Bildung besonders groß.

Der SSW unterstützt gern die Bemühungen, das Niveau der Familienbildung in Schleswig-Holstein zu erhalten. Allerdings sind wir auch der Ansicht, daß den Famileinbildungsstätten nicht nur dadurch Gerechtigkeit wiederfahren soll, daß ihre Arbeit finanziell abgesichert wird. Auf Dauer ist es zu engstirnig, die Familienbildung als isolierten Bereich zu betrachten. Für uns gehört sie in den großen und wichtigen Komplex der Weiterbildung, der generell einer besseren Absicherung bedarf. Deshalb möchten wir ein umfassendes Weiterbildungsgesetz für Schleswig-Holstein, in das die Familienbildung integriert wird.