Frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung

27.01.2005 12:16

Von: Anke Spoorendonk

Der OECD Länderbericht zur frühkindlichen Betreuung, Bildung und beruht weniger darauf, zahlenmäßige Vergleiche anzustellen. Er untersucht vielmehr die Sachlage und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der vorgefundenen Problemfelder.

Als positiv bewerten die Experten der OECD, dass es in Deutschland eine lange Tradition von gehaltvollen Konzepten mit überwiegend sozialpädagogischen Ansätzen gibt. Darüber hinaus sind laut OECD Länderbericht die Kindertagesstätten landesweit gut ausgestattet. Als lobenswert betrachtet die Expertengruppe ebenfalls die Bereitschaft für den quantitativen und qualitativen Ausbau der Leistungen, wobei es sowohl um das Wohl des Kindes als auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht.

Problematisiert wir die in Deutschland immer noch vorherrschende Auffassung, dass 0-3 Jährige am Besten bei ihrer Mutter aufgehoben sind. Dies hat zur Folge, dass es hier zu Lande weiterhin zu wenig Betreuungsplatzangebote für diese Altersgruppe gibt. Weiterhin empfiehlt die OECD, dass der Einsatz für die Integration und bessere Förderung von Kindern mit besonderen Lernbedürfnissen – wie unter anderem Kinder mit ausländischem Hintergrund und Kinder aus sozial schwächeren Familien – gestärkt wird. Darüber hinaus regt die OECD an, die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung auf Hochschulniveau anzuheben.

Diese Forderung kann der SSW nur unterstützen. Dazu haben wir uns ja schon detailliert geäußert, als es im Mai letzten Jahres um den Vorstoß der FDP ging. Nun werden aber Stimmen laut, die sagen, dass es ja erst einmal dauern dürfte, bis die ersten hochschul­gebildeten Erzieherinnen und Erzieher mit ihrem Studium fertig werden. Hier ist uns allen wohl klar, dass auch trotz der Einführung eines Hochschulstudiums Elementarpädagogik, die berufsbegleitende Weiterbildung weiterhin hohe Priorität hat, um den Beschäftigten in den KiTas die Möglichkeit der Qualifizierung zu geben. Dies kann nur im Sinne der Kinder sein, besonders mit Blick auf den immer wichtiger werdenden Bildungsauftrag, dem die Betreuer und Betreuerinnen gerecht werden müssen.

Ein weiteres Fazit ist und bleibt, dass die immer wieder aufflackernde Diskussion um die Senkung von KiTa-Standards endgültig vom Tisch sein sollte. Die Senkung der Standards wäre gleichbedeutend mit einer Verschlechterung des Ausgangspunktes unseres Bildungssystems.

Zusammenfassend heißt das für uns, dass wir einem Hochschulstudium Elementar­pädagogik zustimmen und einen Ausbau des Betreuungsangebots fordern. Wir wollen qualifizierte Betreuung für 0-6 Jährige.

Abschließend kann ich es mir nicht verkneifen noch darauf hinzuweisen, dass die OECD-Experten ebenso wie wir zum internationalen Austausch auf dem Gebiet der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung anregen. Sie verweisen unter anderem auf unseren nördlichen Nachbarn Dänemark. Hier gibt es Ausbildungszentren für Pädagogen, wo sowohl Studien auf Hochschulniveau als auch Weiterbildung und Ausbildung von Erziehergehilfen angeboten wird, denn auch in Dänemark gibt es zwei Berufsformen für Erzieherinnen und Erzieher.