Sport als Mehrwert für den Körper, sowie für den Schutz vor Langeweile oder Einsamkeit

18.06.2015 15:23

Lars Harms zu TOP 10 - Sportentwicklung in Schleswig-Holstein

Joachim Ringelnatz beschrieb es so: „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine,  kürzt die öde Zeit, und er schützt uns durch Vereine, vor der Einsamkeit.“ Das sind, auf den Punkt gebracht, die Gründe, warum die Küstenkoalition eine nachhaltige Sportförderung betreibt: Spaß an der Bewegung zu vermitteln und gleichzeitig gesellschaftliche Werte zu festigen. Im Landeshaushalt sind dabei die Grundsätze der Förderung nachzulesen. Dabei gilt der Fördergrundsatz: von Unten nach Oben. Denn die Vereine unterscheiden sich teilweise erheblich. Da gibt es kleine Vereine mit wenigen Mitgliedern, aber eben auch große Vereine mit einer hauptamtlichen Struktur. Aber unabhängig davon, wie ein Verein strukturiert ist, er weiß auf jedenfalls am besten, welche Sportarten nachgefragt werden. Darum sollte die Sportplanung auf kommunaler Ebene bleiben.

Das bedeutet nicht, dass die Landesregierung vor den Animositäten mancher Vereinsvorstände kapituliert. Im Gegenteil, die Kooperationsprobleme können nur angegangen werden, wenn sich alle hiesigen Vereine mit der Kommunalpolitik zusammensetzen und einen kommunalen Sportentwicklungsplan erarbeiten. Das Land fördert die Entwicklung kommunaler Pläne mit bis zu 10.000 Euro. Gemeinsam die Prioritäten festzulegen und abzustimmen, ist für die meist ehrenamtlich geführten Vereine ein Kraftakt, der sich aber auszahlt, weil er den Sportbetrieb im Ganzen zukunftsfest macht. Neue Sportarten und neue Nachtfragegruppen können langfristig in so einem Konzept berücksichtigt werden. Das für die Planung erlässliche kommunale Kataster erfasst alle Sportstätten und dokumentiert den jeweiligen baulichen Zustand. So bekommen die Verantwortlichen eine gute Grundlage für die Investitionsplanung der Sportstätten in die Hand und müssen sich nicht länger punktuell ihre Agenda von den schlimmsten Notfällen diktieren lassen. 

Darüber hinaus ein eindeutiges Plus der kommunalen Planung: Eifersüchteleien und falsche Besitzansprüche nach dem Motto „meine Halle – deine Halle“ sind passé. Trainingszeiten kann man miteinander abstimmen; aber eben nur, wenn man gemeinsam an einem Tisch verhandelt. In Flensburg hat der SSW genau aus diesem Grund eine entsprechende Planung angestoßen, die derzeit zusammen mit den Vereinen im Rathaus erarbeitet wird. Zum Sport gehören nämlich nicht nur Sportler und Trainer, sondern auch Planungskapazitäten, Sportstätten und deren Pflege. Die Sportplanung im ländlichen Raum steht dabei vor besonderen Herausforderungen. Die kleinen Kommunen haben oftmals nur einen Sportverein; eine Art Aufgaben- und Arbeitsteilung bekäme man nur auf Amtsebene hin. Da ist allerdings das Thema Sportentwicklungsplanung noch gar nicht angekommen. Das müssen wir schleunigst ändern – oder endlich eine Kommunalreform auf den Weg bringen, die starke und handlungsfähige Kommunen schafft, denn dann fallen örtliche Egoismen weg. 

Sport sollte vor Ort geplant werden und das bekommt man nur gemeinsam hin. Die kreativen Lösungen, die dabei entwickelt werden, kann man gar nicht von Oben verordnen. Und die Landesregierung wird das auch nicht tun. Die Autonomie des Sports ist kein Schlagwort, sondern gelebte Realität.

Was das Land aber tun sollte, ist die Schaffung von Strukturen und die Unterstützung lokaler Initiativen. Ein Beispiel dafür sind Schwimmbäder und Schwimmhallen. Das sind eben auch Sportstätten, in denen Kinder und Erwachsene schwimmen lernen und die den Leistungssportlern eine gute Ausgangsbasis liefern. Das Land hat deren Bedeutung erkannt und die Schwimmstätten ins Investitionsprogramm übernommen. Auch wenn das nur ein  Tropfen auf den heißen Stein ist, bedeutet das einen Neuanfang für die Sportförderung, die in der Vergangenheit auf Verschleiß gefahren wurde bzw. gefahren werden mussten. 

Der Innenminister weist darauf hin, dass sich die Vereine zunehmend kommerzieller Konkurrenz gegenüber sehen. Diese kann sich, insofern sie finanzkräftige Kundschaft hat, gut ausgebaute Trainingsstätten leisten. Diejenigen, die sich so etwas nicht leisten können, haben das Nachsehen. Das kann nicht sein. Darum benötigt der Breitensport attraktive Sportstätten. Hierfür setzen wir uns ein, sei es durch Sportstättenförderung oder auch durch die jüngst verbesserte allgemeine Förderung aus den Lottomitteln. 

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html