Pressemitteilung · Kiel · 15.05.2024 Bildungsreport: Kiel braucht mehr Abschlüsse und Chancengleichheit

Zur Berichterstattung über den neuen Bildungsreport der Landeshauptstadt Kiel zum vergangenen Schuljahr 2022/2023 erklärt Ratsmitglied Marvin Stephan Schmidt, bildungs- und schulpolitischer Sprecher der SSW-Ratsfraktion Kiel:

„Der aktuelle Bildungsreport der Landeshauptstadt Kiel nimmt den Übergang der Schüler*innen in Beruf und Studium in den Fokus. Im Bereich der Berufsorientierung hatten nach dem letzten Schuljahr 22/23 mehr als 96% der Schüler*innen der Sekundarstufe I an den Gemeinschaftsschulen und 97% nach der Sekundarstufe II der Gymnasien und Gemeinschaftsschulen eine Perspektive, wie es für sie nach der Schule weitergehen soll. Dem entgegen steht eine Zahl von 34 Schüler*innen, die bis zum 30. September 2023 keine Perspektive für sich erarbeiten konnten und zunächst die Ausbildungsvorbereitung an einem der Regionalen Bildungszentren (RBZ) besucht haben. Diese Zahlen zeigen, dass die Stadt bemüht ist, Schüler*innen eine gute Zukunft zu ermöglichen. 

Dennoch bleibt eine problematische Zahl von 7,9% von Schulabgänger*innen ohne Bildungsabschluss – laut Report so viel wie noch nie. Das zeugt nicht davon, dass unser Bildungssystem funktioniert. Dieser Zustand ist gerade mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel leider ein Armutszeugnis. Jeder dieser Fälle ist damit als ein Scheitern des Bildungssystems anzusehen. Auch in Hinblick auf die von uns geforderte Chancengleichheit gibt es noch große Herausforderungen, die angegangen werden müssen.

Probleme gibt es auch noch im DaZ-Bereich (Deutsch als Zweitsprache). Hier spricht der Bildungsreport von einer steigenden Zahl an Schüler*innen. Gleichzeitig stagniert die Zahl der Lehrkräfte oder nimmt sogar ab. Zudem erlischt die Schulpflicht mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres und damit ein entsprechender Anspruch auf den Besuch von DaZ-Klassen oder BIK-Kursen an einem RBZ. Da viele Schüler*innen zu diesem Zeitpunkt jedoch weder sprachlich noch fachlich bereit für Regelschulkassen sind, bleiben sie damit auf der Strecke. Dass hier dringend Abhilfe nötig ist, zeigen unsere verschiedenen Anträge, die wir bereits zu dem Thema gestellt haben (Drs. 1162/2023, Drs. 1330/2023 und Drs. 0300/2024). Unterm Strich steht Kiel als Bildungsstandort noch vor großen Herausforderungen, denen wir uns dringend stellen müssen.“

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