Pressemitteilung · Kiel · 18.08.2026 Fördezugang Seebad: erhalten statt aufgeben
Zu den Plänen für einen möglichen Abriss der Kieler Seebadeanstalt erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsherr Marcel Schmidt:
„Gerade angesichts des Standortdialogs mit der Bundeswehr und der zunehmenden Beanspruchung von Ufer- und Wasserflächen müssen wir uns fragen, wie wir die Lebensqualität an der Förde erhalten und verbessern. Ich habe die Petition zum Erhalt des Kieler Seebads unterzeichnet, weil dieser Ort für Kiel weit mehr ist als eine Badeanstalt. Das Seebad liegt am Südrand der Wik – und wäre damit auch ein naheliegender Bestandteil eines Ausgleichs für die Folgen der zunehmenden militärischen Nutzung. Deshalb sollte der Erhalt des Seebads auch im Standortdialog thematisiert werden.
Wir müssen jetzt ergebnisoffen prüfen, welche Möglichkeiten für den Erhalt bestehen. Dazu gehören alternative Sanierungs- und Nutzungskonzepte ebenso wie die Prüfung von Fördermitteln von Land und Bund. Die Stadt sollte dabei auch externe Expertise einbeziehen und transparent machen, auf welcher Grundlage die Entscheidung über Abriss oder Erhalt getroffen werden soll. Das Seebad ist ein wichtiger Ort für das Schwimmenlernen und den niedrigschwelligen Zugang zur Förde. Kiel nutzt seine Wasserzugänge ohnehin noch viel zu wenig. Gerade deshalb sollten wir bestehende maritime Orte nicht leichtfertig aufgeben.
Das Seebad prägt die maritime Identität unserer Stadt und bietet Menschen einen besonderen Zugang zum Wasser. Wenn gleichzeitig weitere Uferflächen für militärische Zwecke beansprucht werden, wird es umso wichtiger, andere öffentliche Zugänge zur Förde zu sichern und aufzuwerten. Wir erwarten deshalb von der Verwaltung, den Erhalt ernsthaft zu prüfen und gemeinsam mit Land und Bund nach einer tragfähigen Finanzierung zu suchen. Ein Abriss darf nicht die erste und einzige Option sein.“