Pressemitteilung · 02.09.2026 Ein noch schlechteres Bahnangebot darf keine Option sein
Schleswig-Holstein unterstützt gemeinsam mit den anderen Bundesländern eine Klage gegen die neuen Trassenpreise im Schienenverkehr. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen warnt heute in den Kieler Nachrichten davor, dass ohne eine Lösung durch den Bund Zugverbindungen gekürzt werden könnten. Hierzu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:
„Dass Schleswig-Holstein gemeinsam mit den anderen Ländern gegen die neuen Trassenpreise vorgeht, ist richtig. Der Bund kann die Kosten seiner eigenen Schieneninfrastruktur nicht immer weiter bei den Ländern abladen.
Aber Claus Ruhe Madsen kann sich nicht hinstellen und sagen, die Menschen dürften nicht für die Fehler des Bundes bezahlen – und ihnen im nächsten Satz weniger Zugverbindungen in Aussicht stellen.
Dann muss die Landesregierung jetzt auch erklären, wie sie verhindern will, dass künftig weniger Züge fahren – und nicht nur darauf hoffen, dass Berlin oder ein Gericht das Problem löst.
Das Bahnangebot in Schleswig-Holstein ist vielerorts schon heute alles andere als üppig. Gerade im ländlichen Raum bedeuten weniger Verbindungen schnell längere Wartezeiten, schlechtere Anschlüsse und noch mehr Abhängigkeit vom Auto. Weitere Kürzungen wären deshalb völlig inakzeptabel.
Natürlich muss der Bund bei den Trassenpreisen liefern. Aber bis dahin trägt Claus Ruhe Madsen die Verantwortung dafür, dass der Nahverkehr in Schleswig-Holstein funktioniert. Von einem Verkehrsminister erwarten wir deshalb mehr als Warnungen und Klagen: Wir erwarten einen belastbaren Plan, wie das bestehende Angebot gesichert wird.“