Pressemitteilung · 24.08.2001 Inakzeptable Haushaltsvorschläge der Landesregierung

Zuschüsse für Dänen und Friesen sollen zwischen 5% und 40% gekürzt werden!

Neben der bereits im Juli angekündigten Deckelung der Zuschüsse für die Schulen der dänischen Minderheit bis 2005, wurden heute in Kiel weitere Kürzungsvorschläge der Landesregierung bei den Organisationen der dänischen Minderheit und der Friesen bekannt, die zwischen 5% und 40% der bisherigen Zuschusssumme ausmachen. So sollen nach Angaben der Vorsitzenden des SSW im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Anke Spoorendonk, die Zuschüsse für den Südschleswigschen Verein, der die Kulturarbeit der dänischen Minderheit betreibt, um ca. 10% (von 438,7 T/Euro auf 395,7 T/Euro) fallen und die Kulturarbeit der Friesen sogar um ca. 20% (von 69 T/Euro auf 53,4 T/Euro). Auch die dänische Zentralbibliothek (von 102,3 T/Euro auf 92,9 T/Euro) und die Heimvolkhochschule der dänischen Minderheit in Jarplund (von 89,6 T/Euro auf 85,1T/Euro) werden von Kürzungen betroffen. Dazu soll der jährliche Baukostenzuschuss für den dänischen Schulverein um ca. 20% gekürzt werden (von 516,4 T/Euro auf 417,2 T/Euro). Am schlimmsten trifft es den landwirtschaftlichen Hauptverband der Minderheit, bei dem eine fast 40-prozentige Kürzung (von 46,0 T/Euro auf 25,8 T/Euro) vorgesehen ist. Nur das Nordfriesische Institut in Bredstedt (209,6 T/Euro) und die Kulturarbeit der Sinti und Roma (17,9 T/Euro) werden in unveränderter Höhe bezuschusst.
„Ich bin entsetzt über die weiteren Sparbeschlüsse der Landesregierung im Minderheitenbereich. Die bis zu 40%-Kürzungen stehen in keinem Verhältnis zu den übrigen Sparvorschlägen des Landeshaushaltes - insbesondere, da wir immer noch weit von einer echten Gleichstellung von Mehrheit und Minderheit entfernt sind. Mit diesem Haushaltsentwurf zerstört die Landesregierung ohne Not das bisher gute Verhältnis zu der dänischen Minderheit und den Friesen. Was dabei an Porzellan zerschlagen wird, ist noch gar nicht abzusehen - gerade auch vor dem Hintergrund der Diskussion, die wir bereits beim Haushalt 2001 um das wachsende finanzielle Ungleichgewicht im Grenzland geführt haben. Es ist ganz einfach nicht hinnehmbar, dass die finanzielle Schere zwischen Deutschland und Dänemark in der Förderung sowohl der dänischen als auch der deutschen Minderheit immer weiter auseinander klafft “ so Anke Spoorendonk.
Die SSW-Landtagsvertretung werde jetzt den gesamten Haushaltsvorschlag der Landesregierung intensiv prüfen, um dann Mitte September eine Stellungnahme dazu abzugeben. Eines sei aber klar: „Bleibt es bei diesen Kürzungen, wird dies ernste Folgen haben für die künftige Haltung des SSW zur Landesregierung,“ so die SSW-Abgeordnete.

Weitere Artikel

Pressemitteilung · 02.11.2026 Gesunde Ernährung darf keine Frage des Geldbeutels sein

Vor den Tafeln stehen die Menschen Schlange. Doch wie viele Menschen in Schleswig-Holstein tatsächlich von Ernährungsarmut betroffen sind, weiß niemand genau. Dabei reicht das Problem weit über diejenigen hinaus, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Der SSW fordert deshalb mit einem Landtagsantrag ein landesweites Handlungskonzept gegen Ernährungsarmut. Dazu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Veranstaltung · 04.11.2026 Einwohnerversammlung Flensburg mitgestalten – Deine Meinung zählt!

Wie gut ist Flensburg auf Krisen vorbereitet? Und wie können Bürgerinnen und Bürger künftig direkten Einfluss auf die Stadtpolitik nehmen?Darum geht es bei der nächsten Einwohnerversammlung am 4. November 2026!

Weiterlesen

Pressemitteilung · 02.11.2026 LNG-Terminal Brunsbüttel droht zum nächsten Millionengrab zu werden

Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) kommt zu dem Ergebnis, dass synthetisches Methan als Ersatz für fossiles Flüssigerdgas zu ineffizient und zu teuer ist. Damit wachsen auch die Zweifel an der Zukunftsperspektive des LNG-Terminals in Brunsbüttel. Dazu erklärt die wirtschafts- und energiepolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen