Rede · 21.02.2001 Museum Haus der Geschichte

Wann haben wir uns eigentlich zuletzt mit der Entwicklung der Museumslandschaft in Schleswig-Holstein befasst, wohl gemerkt unter inhaltlichen Vorzeichen? Das ist schon eine ganze Weile her. Von daher begrüßen wir, dass die CDU den vorliegenden Antrag gestellt hat. Auch aus unserer Sicht ist es wünschenswert, dass sich der Landtag an eine Diskussion über neue Wege in der Museumspolitik beteiligt. Ich habe erst vor kurzem in Verbindung mit der Weiterbildungskommission wieder die Erfahrung gemacht, dass sich die Kommunikation zwischen Kulturträgern und Politik viel eher auf der "Regierungsebene" abspielt als auf der parlamentarischen Ebene. Damit meine ich, dass die Strukturen in der Kulturpolitik häufig so sind, dass ein Dialog mit dem Landtag ausbleibt. Deshalb freut uns der Antrag, denn dieses Thema gehört in den parlamentarischen Raum und nicht nur der Ministerin.

Die CDU-Initiative bezieht sich auf eine Rede der Kultusministerin anlässlich der Herbst-tagung des Museumsverbandes im November letzten Jahres. Bei dieser Tagung mit dem sinnvollen Untertitel "Möglichkeiten und Chancen der Vermittlung von Zeit- und Landes-geschichte" hat die Ministerin sich in lobenswerter Weise auch der Frage angenommen, wie Landesgeschichte - verstanden als Zeitgeschichte - museal umgesetzt werden kann. Sie zitierte in diesem Zusammenhang auch die Koalitionsvereinbarung der regierungstragenden Fraktionen. Dort heißt es nämlich: "Die politische und soziale Geschichte des Landes von den Anfängen bis heute ist bisher nicht zusammenhängend dargestellt worden. Erste Schritte zur Errichtung einer landesgeschichtlichen Präsentation, angegliedert an die Landesmuseen Gottorf, werden eingeleitet". Nun ist dem Parlament noch nicht zu Ohren gekommen, dass da etwas eingeleitet worden sein sollte, und deshalb macht es natürlich Sinn, mal vorsichtig nachzufragen.

Wir können uns sicherlich alle sehr schön ausmalen, wie ein richtiges Haus der Geschichte aussehen könnte, in dem die politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte des Landes kompetent, spannend und zeitgemäß aufbereitet wird. Aber wir reden hier nicht von Luftschlössern, sondern allenfalls von Schloss Gottorf. Einen schicken Neubau können wir uns nicht leisten, und deshalb stellt sich die Frage nach dem Konzept in besonderem Maße. Die Ministerin hat in ihrer Rede ja bereits angesprochen, dass sie sich einen "Ausgangspunkt" vorstellen kann, an dem "Verweise auf die unterschiedlichsten Orte zeit und landes-geschichtlicher Bedeutung" erfolgen und der mit anderen Einrichtungen in Schleswig-Holstein verwoben wird. Man denkt in der Regierung offensichtlich über einen neuen Knotenpunkt nach, der das Zentrum eines neuen landes- und zeitgeschichtlichen Netzwerkes bilden soll.

Wir haben zugegebenermaßen noch Schwierigkeiten damit, uns ein solches Konzept vorzustellen. Vielleicht wäre auch eine Serie von Ausstellungen an verschiedenen Orten eine Alternative zu einem Ausgangspunkt, von dem aus die Menschen an viele verschiedene Orte gehen müssen. Auch so ließe sich vielleicht ein zeitgeschichtliches Netzwerk realisieren.
Wir warten aber jetzt erst einmal gespannt darauf, was uns die Ministerin präsentieren wird.

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