Pressemitteilung · 21.09.2004 SSW: Das „dänische Modell“ wird Arbeitsplätze im Handwerk schaffen SSW Kreisverband Flensburg-Land im Gespräch mit der Kreishandwerkerschaft

Die Baufirma „Lorenzen“ in Harrislee gehört zu den renommierten Betrieben des Grenzortes und hat heute 52 Mitarbeiter. Trotz qualitativ guter Arbeit und großem Einsatz ist auch für diese Betrieb die derzeitige Situation nicht einfach. Der SSW-Kreisverband Flensburg-Land informierte sich bei einem Betriebsbesuch am 16. 09. über die aktuelle Lage im Handwerk.

Landtagsmitglied Anke Spoorendonk zeigte sich beeindruckt von der Bandbreite der angebotenen Leistungen des Betriebes: „Solche mittelständischen Unternehmen hätten es verdient, stärker bei öffentlichen Bauvorhaben beteiligt zu werden.“ Der SSW hat im Kieler Landtag das Tariftreuegesetz initiiert, das dem Land seit letztem Jahr vorschreibt, sich an die ortsüblichen Löhne zu halten. Damit soll der unfaire Wettbewerb über Dumping-Löhne verhindert werden. „Ich bedaure sehr, dass sich leider nur wenige Kommunen bei ihren eigenen Aufträgen an die Tariftreue halten. Ohne ortsübliche Tarife wird der einheimischen Wirtschaft die Luft abgewürgt.“

Spoorendonk sicherte Obermeister Hans-Henning Hansen zu, dass der SSW gegen die Aushöhlung der ortsüblichen Tarife über den Umweg der so genannten „1-Euro-Jobs“ kämpfen wird: „Es muss fair zu gehen!“

Flemming Meyer, Vorsitzender der SSW-Kreistagsfraktion, ergänzte: „Das Handwerk leidet unter unzumutbaren Rahmenbedingungen. Das ist das Hauptproblem! Hier muss die Politik tätig werden.“ Meyer schlägt die Änderung der Landesbauordnung vor, damit das Bauen insgesamt kostengünstiger wird: „Dänemark macht es vor: dort wird nicht schlechter gebaut, aber mit weit weniger Vorschriften als in Deutschland.“ Gerade bei öffentlichen Bauten wünscht sich Meyer die bessere Berücksichtigung ansässiger Bieter: „Dass funktioniert bei uns natürlich nur über Teillose. Manche öffentliche Verwaltung hält davon ja gar nichts. Das muss sich ändern!“

SSW-Kreisvorsitzender Gerd Voß machte auf die hohen Lohnkosten im Handwerk aufmerksam: „Vor allen Dingen die Lohnnebenkosten müssen in absehbarer Zeit gesenkt werden. Das geht nur, wenn die Mehrwertsteuer zu Gunsten der Sozialkassen umgehend um einen oder zwei Prozentpunkte erhöht wird.“ Voß nannte in diesem Zusammenhang das „dänische Modell“, das sich in der sozialen Sicherung auf die Steuerfinanzierung verlässt, „was sozial gerechter ist und zudem den Faktor Arbeit für den Arbeitgeber verbilligt. Das schafft Aufträge und darum ist der SSW dafür.“

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