Pressemitteilung · 01.02.2006 SSW protestiert gegen Kürzungen bei der deutschen Minderheit

Der SSW protestiert in einem offenen Brief an den Bundesinnenminister und die Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen gegen die geplanten Kürzungen bei der deutschen Minderheit in Dänemark. „Das Land Schleswig-Holstein hat die Minderheitenzuschüsse für 2006 nicht gekürzt. Ein Abbau der Bundesförderung für die deutsche Minderheit in Dänemark würde diese positive Entwicklung in der Minderheitenpolitik des Landes konterkarieren“, warnt der SSW-Vorsitzende Flemming Meyer. Das Bundesinnenministerium hatte angekündigt, dem Bund deutscher Nordschleswiger noch im laufenden Jahr 155.000 Euro weniger zu zahlen.


Offener Brief

Flensburg, den 1.02.2006

Betreff: Geplante Kürzungen der Zuschüsse an die deutsche Minderheit
 
Sehr geehrter Herr BUndesinnenminister,
sehr geehrte Damen und Herren,

es erfüllt uns mit großer Sorge, dass das Bundesinnenministerium gegenüber dem Hauptvorstand des Bundes deutscher Nordschleswiger eine Kürzung der Bundesmittel für die deutsche Volksgruppe in Höhe von 155.000 € im Haushaltsjahr 2006 angekündigt hat.

Auch die dänische Minderheit und die friesische Volksgruppe in Schleswig-Holstein erhalten bisher in gewissem Rahmen eine Förderung des Bundes. Als Partei der dänischen Minderheit möchten wir darauf hinweisen, dass es sich bei den Zuschüssen an die Minderheiten keinesfalls um Subventionen handelt, sondern um eine Förderung, die nicht nur durch die Landesverfassung von Schleswig-Holstein (Art. 5 Landesverfassung: Förderung und Unterstützung von Minderheiten) vorgesehen ist.

Das Land Schleswig-Holstein überrollt die Haushalte der Minderheiten für das Jahr 2006 und setzt somit in Zeiten knapper Mittel ein bedeutungsvolles Zeichen für eine verantwortungsvolle Minderheitenpolitik. Ein Abbau der Förderung durch den Bund, z. B. bei der deutschen Minderheit in Dänemark, würde diese positive Entwicklung in der Minderheitenpolitik des Landes Schleswig-Holstein konterkarieren, zumal die Verantwortung auch des Bundes für die Minderheiten mittlerweile außer Zweifel steht. 

Wir möchten an Sie appellieren, einen Abbau der Förderung der Minderheiten durch den Bund in den laufenden Verhandlungen zu verhindern, um dadurch ebenfalls ein Zeichen für eine zukunftsgerichtete Minderheitenpolitik zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen
 
Flemming Meyer
SSW-Vorsitzender

  

Weitere Artikel

Pressemitteilung · 13.01.2026 Diako wird Malteser: Übernahme mit schlechtem Beigeschmack

Heute wurde bekannt, dass das evangelische Flensburger Diako-Krankenhaus in Kürze vom katholischen Träger Malteser übernommen wird und dieser auch die alleinige Trägerschaft des neuen Fördeklinikums innehaben wird. Dazu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion und Flensburger Abgeordnete, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Kiel · 16.01.2026 Sozialer Wohnungsbau: Kiel darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Zur Debatte in der gestrigen Ratsversammlung zur 30-Prozent-Quote für geförderten Wohnraum erklärt Ratsherr Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Kiel · 16.01.2026 Glücksspiel eindämmen: SSW fordert konsequenteres Vorgehen

Die SSW-Ratsfraktion Kiel setzt sich für eine deutliche Reduzierung von Glücksspieleinrichtungen und eine höhere Vergnügungssteuer für Wettbüros und Spielhallen ein. Zu der Diskussion in der gestrigen Ratsversammlung erklärt Ratsherr Pascal Schmidt, finanzpolitischer Sprecher der SSW-Ratsfraktion Kiel:

Weiterlesen