Pressemitteilung · Kiel · 02.12.2022 Festung Kiel-Friedrichsort: Mehr Mahnmal als Denkmal

Zu der aktuellen Berichterstattung über die Festung Friedrichsort erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion, Ratsherr Marcel Schmidt:

„Die Vorgänge rund um die Festung Friedrichsort haben ein neues, trauriges Level erreicht. Der Verein der Freunde der Festung Friedrichsort, dessen Mitglieder im Jahr rund 30 Führungen durch die Festung organisieren und durchführen, soll nun seine beiden Räume in der Festung verlieren. Damit wäre die Zugänglichkeit der Festung für die Öffentlichkeit nicht mehr gegeben, die Festung würde de facto ausschließlich privat genutzt. Dabei ist die Festung Friedrichsort die einzige Seefestung Deutschlands, sie gilt als Denkmal von nationaler Bedeutung und ist ein wichtiger Kristallisationspunkt der gemeinsamen dänisch-deutschen Geschichte unserer Landeshauptstadt Kiel.

Der Umgang der Verantwortlichen - dazu gehört auch die KIWI (Kieler Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Kiel) sowie die Kieler Ratsversammlung als Organ der Selbstverwaltung - mit dem Denkmal „Festung Friedrichsort“ ist gekennzeichnet von Desinteresse und Gleichgültigkeit. Im Juni 2022 hat die Ratsversammlung den SSW-Antrag: „Gemeinsame Entwicklung der Festung Friedrichsort und des Industriegebiets“ (Drs. 0376/2022) abgelehnt und einen Alternativantrag der Linken beschlossen, der das Ziel hatte, die Diskussion über die Festung in die Nicht-Öffentlichkeit zu verlagern. Man will nicht mehr öffentlich über die Festung sprechen, manche wollen offenbar gar nicht mehr über die Festung sprechen.

Die derzeit an Unternehmen vermieteten Räume der Kasematten der Festung Friedrichsort generieren Mieteinnahmen für die Eigentümer der Festung. Das ist in Ordnung und die SSW-Ratsfraktion ist durchaus erfreut über die Unternehmer und Kreativen, die für Lebendigkeit in der Festung sorgen. Allerdings kann es nicht sein, dass sich der Betrieb der Festung weitgehend darauf beschränkt, mit der Vermietung der Kasematten Geld zu verdienen und das Denkmal verfallen zu lassen. Denn die Festung Friedrichsort ist in einem bedauernswerten Zustand. Die Wassergräben sind hoch belastet, die Erdwälle kaum noch erkennbar und mit Gestrüpp überwuchert. Das Denkmal Festung Friedrichsort mutiert durch Zerfall zu einem Mahnmal für eine fragwürdige Kulturpolitik. Da muss auch die Rolle der KIWI als Miteigentümer hinterfragt werden. Ich frage mich ohnehin, warum ausgerechnet ein Unternehmen der Stadt, das in Hinblick auf die Aufgabe der Wirtschaftsförderung gegründet wurde, mit der Pflege oder vielmehr Nicht-Pflege eines Denkmals beauftragt wurde. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Festung nur noch als Erweiterungspotenzial für das Industriegebiet betrachtet wird. Wir plädieren dafür zu prüfen, ob die Stadt künftig eine andere Institution mit der Wahrnehmung ihrer Interessen bei der Entwicklung der Festung beauftragt."  

Marvin Schmidt, SSW-Mitglied im Ortsbeirat Friedrichsort, ergänzt dazu:

„Wir wollen die Festung entwickeln und das Denkmal wieder sichtbar machen. In Kopenhagen steht mit dem „“Kastellet“ eine Festung mit dem gleichen Grundriss. Dort wurde sie erhalten und ist eine touristische Attraktion sowie ein vielgeachtetes Kulturdenkmal. Kastellet stellt eine wichtige, kulturelle Bereicherung von Kopenhagen dar, während man hier in Kiel den ursprünglichen Zwilling verfallen lässt. Ich frage mich, ob die Stadt genauso gleichgültig wäre, wenn die Festung in der Innenstadt läge und nicht in einem äußeren Stadtteil von Kiel."

 

 

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