Pressemitteilung · Flensburg · 13.01.2026 Flensburger Tourismus: Viel Potential - null Landesstrategie
Zur Antwort der Landesregierung auf seine Kleine Anfrage zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus aus Dänemark für Flensburg (Drucksache 20/3965) erklärt der Vorsitzende der SSW-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag und Flensburger Landtagsabgeordnete Christian Dirschauer:
„Die Zahlen belegen eindeutig: Ohne dänische Gäste funktioniert der Tourismus in Flensburg nicht. Mehr als jede fünfte Ankunft und rund jede achte Übernachtung gehen auf Gäste aus Dänemark zurück. Das ist keine Randerscheinung, sondern eine tragende Säule für Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Dienstleistungen in unserer Stadt.“
Gleichzeitig offenbare die Antwort der Landesregierung ein grundlegendes Problem der schwarz-grünen Tourismuspolitik: „Trotz dieses enormen Potentials gibt es keine Flensburg-spezifische Strategie, keine belastbaren Daten zur tatsächlichen Wertschöpfung und keine gezielte Förderung grenzüberschreitender Potenziale.“
Besonders deutlich werde das Versäumnis beim Thema Tagesgäste. „Die wirtschaftliche Bedeutung von Tagesgästen ließe sich mit landesweit einheitlichen, anerkannten Methoden erheben, wie sie andernorts Standard sind. Genau das ist eine Aufgabe des Landes, weil nur so vergleichbare Datengrundlagen für Tourismus-, Wirtschafts- und Förderpolitik geschaffen werden können. Dass Schleswig-Holstein darauf verzichtet, ist kein statistisches Problem und keine kommunale Zuständigkeitsfrage, sondern Ausdruck fehlenden Gestaltungswillens.“
Der SSW-Fraktionsvorsitzende zieht ein klares Fazit:
„Keine Strategie, keine Datengrundlage, keine gezielte Förderung. Das ist das Gegenteil von gestaltender Tourismuspolitik. Die Landesregierung sitzt auf der Zuschauerbank, ohne sich ernsthaft dafür zu interessieren, welches Spiel gerade läuft.“
Die kleine Anfrage samt Antwort der Landesregierung kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
drucksache-20-03965.pdf