Press release · 10.10.2023 SSW und SP: Brustkrebsoperationen für dänische Patientinnen in Flensburg ermöglichen

Ab Dezember sollen in Aabenraa/Apenrade keine Brustkrebsoperationen mehr vorgenommen werden, da es Sygehus Sønderjylland nicht gelungen ist, Chirurgen für die Abteilung zu rekrutieren. Dies bedeutet, dass Brustkrebspatientinnen in Sønderjylland künftig ganz bis Esbjerg oder Vejle fahren müssen, um sich einer Operation zu unterziehen. Und dies, obwohl es ein entsprechendes Angebot in Flensburg gibt.

"Es ist sehr ärgerlich, dass es nicht gelungen ist neue Chirurgen für unseren Landesteil zu finden. Nicht zuletzt für die Frauen, die künftig lange Anreisen in Kauf nehmen müssen, um eine Brustkrebsoperation zu erhalten", sagt der kommissarische Vorsitzende der Slesvigsk Parti (SP), Rainer Naujeck.

Vor diesem Hintergrund fordert Naujeck gemeinsam mit dem SSW-Landesvorsitzenden Christian Dirschauer die Region Syddanmark auf, Gesundheitsversorgung grenzüberschreitend zu denken und Kontakt zum DIAKO-Krankenhaus in Flensburg aufzunehmen, wo ebenfalls Brustkrebsoperationen durchgeführt werden, um eine grenznahe, gemeinsame Lösung für Brustkrebspatientinnen zu erörtern.

"Einen Operationsprozess durchlaufen zu müssen mit den dazuzgehörigen Voruntersuchungen und nachfolgender Chemotherapie oder Strahlenbehandlung ist belastend genug für die betroffenen Frauen. Durch lange Transportwege wird die Situation nur noch verschlimmert, für die Patientinnen ebenso wie für deren Angehörige. Deshalb macht es für uns Sinn, dass Brustkrebspatientinnen aus Sønderjylland zumindest angeboten wird, dass sie in Flensburg operiert werden können", so Rainer Naujek.

SSW-Vorsitzender Christian Dirschauer sieht das ebenso: "Es ist wichtig, dass wir die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auch dann mitdenken, wenn es um Gesundheitsleistungen geht. Eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung hat ein große Bedeutung für den Alltag und die Lebensqualität der Menschen im Grenzland. Deshalb sollte die Region Syddanmark in dieser konkreten Situation, in der das Leistungsangebot in Apenrade nicht aufrecht gehalten werden kann, Kontakt zur Diako in Flensburg aufnehmen um Alternativen zu Esbjerg und Vejle zu erarbeiten".

Die Minderheitenparteien machen in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass die beiden Flensburger Kliniken - Diako und St. Franziskus - in wenigen Jahren zu einem Großklinikum fusionieren werden mit einem breiten, modernen Leistungsangebot.

Vor diesem Hintergrund wäre die Region Syddanmark ohnehin gut beraten, wenn sie Verhandlungen mit den Flensburgern einleitet, um Möglichkeiten für eine formalisierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich auszuloten, so Naujek und Dirschauer.

Eie solche Zusammenarbeit  wäre kein Novum. Schon in der Vergangenheit hatte die Region Syddanmark mit dem St. Franziskus Hospital kooperiert, um dänischen Krebspatientin eine Strahlenbehandlung in Flensburg zu ermöglichen. 2016 beschloss der Regionsrat, diese Zusammenarbeit zu beenden.


Ansprechpartner für Rückfragen:

Rainer Naujeck, kommissarischer Vorsitzender der Slesvigsk Parti, +49 42 72 49 11

Christian Dirschauer, Vorsitzender des Südschleswigschen Wählerverbandes, +49 (0)1577 4602266

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