Press release · Kiel · 17.06.2026 Gesundheitsversorgung braucht pragmatische Verkehrspolitik
Zur Diskussion um das Anwohnerparken rund um das Städtische Krankenhaus erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsherr Marcel Schmidt:
„Die aktuelle Debatte um das Anwohnerparken am Städtischen Krankenhaus zeigt ein grundsätzliches Problem auf: Bei verkehrspolitischen Entscheidungen werden die Belange medizinischer Einrichtungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Für viele Beschäftigte des Krankenhauses ist die Parksituation bereits heute belastend. Pflegekräfte, Ärzt*innen sowie weitere Mitarbeitende leisten Schichtdienste zu allen Tages- und Nachtzeiten und sind dabei oftmals auf das Auto angewiesen. Wenn gleichzeitig bewährte Parkmöglichkeiten wegfallen oder schwerer nutzbar werden, entstehen zusätzliche Belastungen für diejenigen, die täglich die Gesundheitsversorgung in unserer Stadt sicherstellen.
Deshalb braucht es einen pragmatischen Ansatz, der die Bedürfnisse von Beschäftigten, Patient*innen und ebenso Anwohner*innen gleichermaßen berücksichtigt. Die Problematik beschränkt sich dabei nicht auf das Städtische Krankenhaus. Auch aus Arztpraxen, medizinischen Zentren beispielsweise am Prüner Gang, vom UKSH sowie von freiberuflichen Hebammen und ambulanten Pflegediensten sind Schwierigkeiten durch veränderte Verkehrsführungen oder fehlende Parkmöglichkeiten laut geworden. Gerade Hebammen und Pflegedienste sind auf flexible und verlässliche Parkmöglichkeiten angewiesen, um ihre Arbeit vor Ort leisten zu können. Die Stadt sollte deshalb gemeinsam mit den betroffenen Einrichtungen Lösungen entwickeln, die sowohl kurzfristig Entlastung schaffen als auch langfristig tragfähig sind.
Eine moderne Verkehrspolitik darf die Gesundheitsversorgung nicht aus dem Blick verlieren. Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zur Entlastung von Wohnquartieren sind wichtig. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Auswirkungen auf Krankenhäuser, Arztpraxen und andere medizinische Einrichtungen frühzeitig mitgedacht werden. Wer eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung in Kiel erhalten will, muss auch dafür sorgen, dass diejenigen, die sie tagtäglich gewährleisten, ihre Arbeit ohne unnötige zusätzliche Hürden leisten können.“