Press release · Kiel · 12.03.2026 Meeresvisualisierungszentrum: Grundstück sichern, Risiken minimieren, bezahlbaren Wohnraum schaffen
Zur aktuellen Diskussion um das Meeresvisualisierungszentrum erklärt Ratsherr Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel:
„Das Grundstück an der Kiellinie mit dem ehemaligen GEOMAR-Gebäude, dem Seehundbecken und dem Aquarium hat eine strategisch bedeutende Lage für die Stadtentwicklung. Aus unserer Sicht ist es deshalb sinnvoll, wenn die Landeshauptstadt Kiel die Chance nutzt und diese Fläche dauerhaft in städtische Hand bringt. Gerade angesichts der prominenten Lage direkt an der Kiellinie sollte die Stadt hier langfristig Einfluss auf die Entwicklung behalten.
Eine frühzeitige Festlegung auf den Bau eines Meeresvisualisierungszentrums sehen wir allerdings kritisch. Nach bisherigen Schätzungen wäre ein solches Projekt mit erheblichen Kosten verbunden. Gleichzeitig befindet sich der städtische Haushalt in einer angespannten Lage: Für 2025 wurde ein Defizit von über 83 Millionen Euro ausgewiesen, für 2026 liegt die Prognose bereits bei rund 100 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund halten wir es für sinnvoll, auch alternative Nutzungsmöglichkeiten ernsthaft zu prüfen. Insbesondere studentisches Wohnen bietet an diesem Standort große Chancen: Es wäre deutlich kostengünstiger, würde dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum schaffen und könnte gleichzeitig mit dem Erhalt des bestehenden Gebäudebestands verbunden werden. Die Umnutzung vorhandener Gebäude statt Abriss entspricht zudem dem aktuellen Trend im Bauwesen und ist auch aus ökologischer Sicht der richtige Weg.
Die Stadt sollte die Möglichkeit zum Grundstückserwerb nutzen. Gleichzeitig wäre es aus unserer Sicht verfrüht, sich bereits jetzt endgültig auf eine konkrete Nutzung festzulegen. Zunächst müssen die finanziellen Risiken sorgfältig analysiert und weitere belastbare Gutachten erstellt werden. Erst wenn alle Rahmenbedingungen klar sind, kann eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen werden. Schon jetzt lässt sich jedoch sagen, dass wir angesichts der angespannten Wohnraumsituation in Kiel eine Nutzung für studentisches Wohnen für besonders sinnvoll halten.“