Press release · 28.11.2025 Die Landesregierung sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht

Zur heutigen Vorstellung des Waldzustandsberichts durch die Forstministerin erklärt der umwelt- und landwirtschaftspolitische Sprecher der SSW-Landtagsfraktion, Dr. Michael Schunck:

Wie geht es unseren Wäldern? Zum Glück etwas besser, als es in den zurückliegenden Trockenjahren der Fall war. Dieses Ergebnis des neuen Waldzustandsberichts macht Hoffnung. Was er aber auch zeigt: In Schleswig-Holstein sind wir zwar Waldumbau-Meister, aber absolut keine Wald-Meister. Denn wir machen unsere Gehölze zwar fit für den Klimawandel, sind aber noch immer das waldärmste Flächenland in Deutschland. Und als SSW wundern wir uns schon ein wenig, dass zwar in der Landesregierung alle „mehr Wald“ schreien, dann aber doch schnell Schweigen im Walde herrscht, wenn es an die Finanzierung dieses Ziels geht. Denn so ganz ohne Anreize für das Anpflanzen von Buchen, Kiefern & Co. kommen wir dem Ziel, unsere Waldfläche auf 12 Prozent zu steigern, sicher nicht näher.

Die Landesregierung aber hat im Haushalt 2026 die Erstaufforstungsprämie auf lächerliche 5000 Euro gekürzt. Und wir fragen uns: Sieht sie den Wald vor lauter Bäumen nicht? Wer mehr Wald will, muss auch mehr Wald bezahlen. Wer sich ernsthaft für eine starke Biodiversität, Klimaschutz und gute Lebensbedingungen in unserem Bundesland einsetzen will, kann das nicht ernst meinen. Deshalb fordern wir eine Erhöhung dieses Haushaltstitels auf 2 Millionen Euro. Jeder Quadratmeter Wald zählt und macht sich doppelt und dreifach bezahlt. Denn einen effektiveren Umwelt-Dienstleister, der ganz umsonst für gute Luft, nachhaltige Rohstoffe und Schutz von Wasser und Boden sorgt, findet man nicht.

Ein Lob geht ausdrücklich an das aktuelle Waldmanagement in unseren Landesforsten. Unsere Wälder fit zu machen für den Klimawandel ist das wohl größte „Umbauprojekt“ in Schleswig-Holstein, das sehr nachhaltig und vorbildlich läuft. Sowohl die schonende Entnahme als auch regulierte Aufforstungen mit verschiedenen Baumarten statt Monokulturen sind wichtig, um unsere Wälder fit für den Klimawandel zu machen. Nicht zuletzt zeigt die positive Entwicklung der Waldböden, dass hier nachhaltig gewirtschaftet wird.

Doch das ändert nichts an der Prämisse: Mehr Wald braucht das Land – und eine schwarz-grüne Landesregierung, die sich zu diesem Ziel auch bei Anreizen für Aufforstungen ganz klar bekennt!

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