Press release · Flansborj · 05.11.2026 Grenzüberschreitenden Bahnverkehr endlich ernst nehmen!
Rede zur Resolution zum grenzüberschreitenden Bahnverkehr zwischen Flensburg und Dänemark
Kære fru bypræsident, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen, Das heutige Thema ist nicht das erste, das den grenzüberschreitenden deutsch-dänischen Bahnverkehr schlecht aussehen lässt.
Schon seit Jahren erleben wir, wie zahlreiche Fernzugverbindungen entweder an uns vorbeifahren oder ganz wegfallen. Sei es der EuroCity zwischen Hamburg und Kopenhagen oder die Fernzugverbindung zwischen Hamburg und Aarhus, die uns vor zwei Jahren verlassen hat und damit auch unsere letzte direkte Fernzuganbindung nach Dänemark.
Dass wir auch die letzte Verbindung zwischen Flensburg und Fredericia verlieren würden, stand schon lange fest. Ich möchte deutlich sagen, diesmal liegt es weder an der Deutschen Bahn oder am Land Schleswig-Holstein sondern am infrastrukturellen Alleingang der dänischen Staatsbahn. Aufgrund unterschiedlicher Stromspannung können die zukünftigen dänischen E-Züge nicht mehr nach Deutschland fahren. Und nun hat Dänemark die alten Dieselzüge auch noch ein Jahr früher wortwörtlich aus dem grenzüberschreitenden Verkehr gezogen. Nun haben wir aber auch Gewissheit, dass es nicht bei einem Jahr Schienenersatzverkehr bleiben wird, sondern dass sich auch die neuen RE7-Triebwagen, die die Verlängerung nach Tinglev gewährleisten sollten, verzögern.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Fraktionen dieser Ratsversammlung bedanken, dass sie unserem Aufruf zu einer gemeinsamen Resolution gefolgt sind und diesem Thema eine hohe Bedeutung beimessen. Zudem möchte ich mich bei unserem Oberbürgermeister, Herrn Dr. Geyer, bedanken, dass er, sei es in vorauseilendem Gehorsam oder aufgrund einer ähnlichen Bewertung des Themas, bereits selbst aktiv geworden ist. Er ist unserer Resolution beinahe zuvorgekommen und hat dem DSB-Chef Flemming Jensen bereits eine E-Mail zu diesem Thema geschrieben.
Es ist absolut unentbehrlich, dass Flensburg als Oberzentrum der deutsch-dänischen Grenzregion eine direkte Schienenanbindung an Dänemark hat. Schon ein Jahr Schienenersatzverkehr ist schlimm genug. Dass man uns jetzt ohne eine klare Zukunftsperspektive noch mehr zumuten möchte, ist eine Frechheit und ein Zeichen dafür, dass man den grenzüberschreitenden Bahnverkehr weder in Kiel noch in Kopenhagen sonderlich ernst nimmt. Es gibt keinen Plan, keine Züge und keine Perspektive.
Deshalb fordern wir den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister dazu auf, gemeinsam mit seiner NAH.SH und dem dänischen Bahnbetreiber DSB in Gespräche zu gehen und eine feste, schienengebundene Lösung zu finden. Die technischen Möglichkeiten sind da. Sei es durch das Leasing älterer Dieselzüge, die diese Verbindung herstellen könnten, oder durch eine Verlängerung des akkubetriebenen RE72 zwischen Flensburg und Kiel. Die Lösungen liegen auf dem Tisch. Jetzt müssen sie umgesetzt werden. Vielen Dank an diese Ratsversammlung, dass wir diese Resolution gemeinsam nach Kiel schicken. Vielen Dank.