Präsemadiiling · 27.04.2020 Keinen Präsenzunterricht mit der Brechstange

Zur Diskussion über den weiteren Schulunterricht während der Coronakrise erklärt die bildungspolitische Sprecherin des SSW im Landtag, Jette Waldinger-Thiering:

Es sind nur noch wenige Schulwochen bis zu den Sommerferien. Deshalb sehen wir vom SSW überhaupt keinen Grund, jetzt umfassenden Präsenzunterricht mit der Brechstange durchzusetzen. Auch Überlegungen, die Sommerferien zu verkürzen oder Unterricht am Sonnabend einzuführen, verwirren die Menschen jetzt mehr, als sie weiterhelfen. Den meisten Schulen mangelt es ohnehin an hygienischen Möglichkeiten, alle Kinder und Jugendlichen verantwortlich zu beschulen. Und ein schlüssiges ÖPNV-Konzept, das die Wahrung eines Mindestabstands gewährleistet, habe ich auch noch nicht gesehen.
Deshalb sagen wir vom SSW ganz klar: Der Zutritt zu den Schulen sollte jenen SchülerInnen vorbehalten sein, die Prüfungen absolvieren müssen, oder die aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten haben, von zuhause aus am Unterricht teilzunehmen. Alles andere sollte bis zu den Sommerferien getreu dem Motto #stayhome digital erfolgen. Bei so niedrigen Schülerzahlen in den Schulen wäre es dann auch möglich, jene Lehrkräfte zurück ins Homeoffice zu schicken, die zu Risikogruppen gehören. Auch sie gilt es schließlich zu schützen.
Um zu verhindern, dass die Coronakrise zu besonderen Härten führt, sollte die Vergabe von Zeugnisnoten wohlwollend erfolgen und sich auf vor der Coronakrise erbrachte Leistungen stützen. Klassenwiederholungen sollten nur freiwillig erfolgen.
Das Schuljahr 2019/20 ist schon verkorkst genug. Bildungsministerin Prien sollte jetzt auf Fachleute, Eltern und SchülerInnen hören, statt mit immer neuen Ideen in die Medien vorzupreschen. In der Krise ist klare Kante gefragt.

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