Rääde · 26.08.2021 Nur grüner Wasserstoff hat Zukunft

„Bei der Produktion von 1 Tonne Wasserstoff entstehen rund 10 Tonnen CO2. Ziel der Energiewende kann nicht sein, dass wir auf Technologien zurückgreifen, die keine absolute Sicherheit bieten, daher lehnen wir den CCS-Antrag der SPD ab. Und bleiben dabei, nur grüner Wasserstoff hat Zukunft.“

Lars Harms: TOP 25 + 33 - Planungstransparenz sicherstellen – Raumordnungsverfahren für 380-kV-Ausbau in Ostholstein durchführen und Klimaneutrale Wasserstofftechnologie braucht klaren Kurs (Drs.19/3193 + 19/3214)

Das Gelingen der Energiewende und die Erfüllung der Klimaziele sind maßgeblich von der Geschwindigkeit der Umsetzungen abhängig. Das hat uns zuletzt das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil mit auf den Weg gegeben. Uns ist durchaus bewusst, dass wir mit den Maßnahmen der Energiewende, ob es die Windkraftanlagen sind oder der Netzausbau, viel von den Bürgerinnen und Bürgern abverlangen. Aber ohne dies wird die Energiewende nicht gelingen.
Der Ausbau der 380-kV-Leitung in Ostholstein wurde bereits im Ausschuss in Form eines Gesprächs mit sämtlichen Beteiligten näher erörtert. Dabei wurde die Komplexität deutlich, die dem gesamten Ablauf zugrunde liegt. Ein neues Raumordnungsverfahren, wie es auch der Kreis fordert, würde uns viel Zeit kosten. Das Planfeststellungsverfahren ist nicht abgeschlossen und somit nicht festgestellt. Das heißt, die neuen Pläne von Tennet sind nicht rechtskräftig. Wir sehen durchaus die Möglichkeit, im Rahmen des Planfeststellungsverfahren, auch alternative Korridore zu prüfen – also auch den ursprünglichen Korridor. Lassen sie uns daher nicht weitere Zeit verstreichen lassen, indem ein neues Raumordnungsverfahren angestrebt wird.

Kommen wir nun zu einem weiteren Mosaikstein der Energiewende, dem Wasserstoff. Der Antrag der Koalition, macht nochmal die Bedeutung des grünen Wasserstoffs deutlich. Die Nutzungsmöglichkeiten des grünen Wasserstoffs sind umfangreich und bieten enormes Potential. Es geht vom Fahrzeugantrieb, über Stromspeicher bis hin zur Wärmenutzung. Aber vor dem Erfolg steht noch die Arbeit. Soll heißen, die Produktion von Wasserstoff ist energieaufwendig und daher teuer. Noch stehen die Kosten der Produktion nicht im Verhältnis zum Nutzen. Dort müssen wir ansetzen und in die Forschung investieren, damit Schleswig-Holstein, sich mit grünem Wasserstoff zu einem bundesweiten Marktführer entwickeln kann. Das bedeutet aber auch, dass wir im Rahmen der Wasserstoffstrategie über Forschung und Wissenschaft auch die Wirtschaft entsprechend unterstützen. Daher gilt es, die Kompetenzen unserer Hochschulen, Forschungsinstitute sowie Unternehmen in diesem Bereich auszubauen und sie zu unterstützen. Die Verknüpfung von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ist unabdingbar. 
Die im Antrag genannten Institutionellen Einrichtungen bei der WT.SH oder bei der EK.SH werden dazu beitragen, den Wasserstoffstandort Schleswig-Holstein nachhaltig zu stärken. Dass wir mit der Wasserstoffstrategie des Landes auf einem guten und richtigen Weg sind, wird insbesondere dadurch deutlich, dass drei Großprojekte in Schleswig-Holstein im Rahmen eines europäischen Wasserstoffprojekts ausgewählt wurden und somit in den Genuss staatlicher Förderung kommen. Aber wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn die drei genannten Projekte sind drei von bundesweit 62 Projekten, die gefördert werden. Die anderen Länder schlafen nicht. Aber wir haben den Vorteil, dass wir die Möglichkeiten haben, grünen Wasserstoff zu produzieren. 
Uns liegt weiter ein Antrag der SPD vor, der das Voranbringen von CO2-freiem Wasserstoff fordert. Was sich in erster Linie gut anhört, weil es ja CO2-freier Wasserstoff sein soll. Hier sage ich deutlich: Vorsicht an der Bahnsteigkante. Denn was genau verbirgt sich hinter dem Begriff CO2-freier Wasserstoff? CO2-frei heißt unter anderem in dem Zusammenhang, dass bei der Produktion von Wasserstoff anfallendes CO2 abgeschieden wird und nicht in die Atmosphäre gelangt. Stattdessen wird es gesammelt und in den Untergrund verpresst. Dahinter verbirgt sich also die CCS-Technologie. Daher sehen wir in dem Antrag der SPD die Gefahr, CCS-Verfahren mit Wasserstoff reinzuwaschen. Da sage ich für den SSW ganz klar: Nein. Wir haben uns hier im Land deutlich und mit Mehrheit gegen CCS ausgesprochen. Daher werden wir als SSW keine technologischen Maßnahmen unterstützen, die wir uns hintenherum mit CCS erkaufen. 
CO2-freier Wasserstoff auf diese Art und Weise ist im Prinzip nur blau angemalter grauer Wasserstoff. Bei der Produktion von 1 Tonne Wasserstoff entstehen rund 10 Tonnen CO2. Ziel der Energiewende kann nicht sein, dass wir auf Technologien zurückgreifen, die keine absolute Sicherheit bieten, daher lehnen wir den CCS-Antrag der SPD ab. Und bleiben dabei, nur grüner Wasserstoff hat Zukunft.

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