Press release · 19.08.2026 Madsens Fährenplan ist politisches Blendwerk
Zur heutigen Beratung über die Fährverbindung Missunde im Wirtschaftsausschuss erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:
„Minister Madsen hat der Öffentlichkeit im Sommer einen Befreiungsschlag verkauft, den es nicht gibt. Vor der Sommerpause lehnte er den gemeinsamen Vorschlag von SSW und SPD noch als nicht machbar ab: Rückkehr der Missunde II und parallel eine neue Fähre planen. Wenige Wochen später verkündete er genau das als seine eigene Lösung. Heute wurde deutlich: Das war keine Entscheidung, sondern die Inszenierung einer Entscheidung.
Für die neue Fähre gibt es weder einen Planungsauftrag noch einen Zeitplan. Selbst Größe und Anforderungen sind ungeklärt.
Dabei läuft die Zeit längst. Das Fährzeugnis der Missunde II endet Mitte 2029. Planung und Bau einer neuen Fähre können nach bisherigen Angaben fünf bis sechs Jahre dauern – und die Planung hat noch nicht einmal begonnen. Damit droht eine jahrelange Lücke, für die der Minister heute keine schlüssige Lösung vorlegen konnte. Die Hoffnung auf eine mögliche Duldung für die Missunde II ist kein belastbares Betriebskonzept.
Was Madsen hier veranstaltet, ist politisches Blendwerk. Die Schleiregion braucht Lösungen – nicht weitere Ankündigungen und Presseerklärungen, die schon der ersten konkreten Nachfrage nicht standhalten.
Bezeichnend ist auch: Während Madsen wie gewohnt auf diffuse Ankündigungen statt auf konkrete Umsetzung setzt, scheinen die regierungstragenden Fraktionen jedes Interesse an der Missunde-Querung verloren zu haben. CDU und Grüne stellten im Ausschuss keine einzige Frage.“