Speech · 25.02.2026 Mehr soziale Gemeinschaft für Schleswig-Holstein

„Vor allem soll es um den sozialen Zusammenhalt in diesen Stadtteilen gehen. Wie kann man diesen Stärken? Indem man Quartiersmanagerinnen und -manager anheuert, um eine Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, sozialen Trägern sowie der Nachbarschaft schafft. Eine Dorfkümmerin oder -Kümmerer für die Stadt quasi.“

Sybilla Nitsch zu TOP 6 - Förderung des Quartiersmanagements in Stadtteilen und Quartieren mit besonderem Unterstützungsbedarf (Drs.20/3998)

In Quartieren kommen sowohl die Lebensqualitäten als auch die Herausforderungen einer Stadt zum Ausdruck. Es ist der Kiez, das Viertel und auch auf dem Land gibt es im Dorf einige Bereiche, die sich von anderen unterscheiden. An dieser Stelle soll es jedoch ausschließlich um die Quartiere in der Stadt gehen. Es geht um die Aufwertung von Stadtteilen, um das Management von Leerstand, Stärkung des Einzelhandels, Schaffung von schönen Aufenthaltsräumen im Freien und in Gebäuden. Vor allem aber soll es um den sozialen Zusammenhalt in diesen Stadtteilen gehen. Wie kann man diesen Stärken? Indem man Quartiersmanagerinnen und -manager anheuert, um eine Schnittstelle zwischen Stadtverwaltung, sozialen Trägern sowie der Nachbarschaft schafft. Eine Dorfkümmerin oder -Kümmerer für die Stadt quasi. 
Auch unsere Nachbarn in Dänemark haben solche Menschen, gleiches gilt für die Niederlande und da gibt es sicherlich eine ganze Reihe an europäischen Ländern, die hier schon einiges an Erfahrung haben.
Egal ob es nun wijkteam oder boligsocial indsats heißt: Das Land kann ein entsprechendes Förderprogramm aufstellen. Andere Bundesländer haben dies bereits etabliert.
Ebenfalls könnten sich dann die Städte selbst mitbeteiligen.
Und eins müssen wir feststellen, die Städtebauförderung ist faktisch durch den FAG-Vorwegabzug gekürzt worden. Daher sollen unserer Meinung nach weitere Ansätze gefunden werden, um Quartiersmanagement nicht nur von der Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm abhängig zu machen. 
Im Antrag vom Kollegen Hölck ist von Stellenanteilen die Rede.
Das ist auch aus unserer Sicht richtig und gut so.
Dreh- und Angelpunkt ist erstmal der oder die Quartiersmanagerin selbst.
Auf der anderen Seite braucht es dazu noch eine entsprechende Infrastruktur wie Büro, Ausstattung, Dienstfahrrad oder ähnliches.
Dies gilt es mitzudenken und ich denke, dass schließt der vorliegende Antrag nicht aus, bedarf jedoch einer zusätzlichen Regelungsschleife.

Ein anderer Aspekt, den wir als Politik näher erörtern dürften ist der, der rollenspezifischen Herausforderung. Da es sich um eine sehr offene Struktur handelt, folgen diese Herausforderungen oftmals gleich mit. In diesem Fall besonders, da das Aufgabenfeld doch sehr vielschichtig angelegt ist, genau so wie es im Antrag wiedergegeben ist. Es erfordert ein Augenmerk auf die Ausdifferenzierung der Aufgabenstellung, und auch der Blick für die regionale Verschiedenheit. Es braucht eine solide Arbeitgebertätigkeit und Personalführung, auch für neue Stellen und relativ neue Berufsfelder. 
Hinzu kommt eine weitere Herausforderung, nämlich das zur Verfügung stehende Budget der Quartiermanagerin oder des Quartiermanagers. Das eine ist definitiv die getätigte Arbeitsleistung und das Know-How, aber mit was sollen die Projekte der sozialen DNA des Quartiers gefüttert werden? Wie sieht es aus mit der politischen Rückendeckung vor Ort, wenn es um die einzelnen Vorhaben geht? Das ist in der Tat eine komplexe Fragestellung. 
Ein Dialog mit der kommunalen Familie ist in diesem Zusammenhang sicherlich wertvoll und würden wir als SSW-Fraktion definitiv begrüßen. 
Ein weiterer Punkt, der für uns als SSW entscheidend ist, dass man bei der Förderung des Quartiersmanagement kleinere Städte nicht hinten runterfallen lässt. Jetzt haben wir hier im Saal schon viel über Städte gesprochen und da denken viele sicherlich an Kiel und Lübeck. Zurecht. Jedoch will ich nicht verkennen, dass es auch kleinere Städte gibt, die über Viertel verfügen, die enorm von einer solchen Stelle profitieren könnten. Was für Hassee, Moisling und Gaarden nützt, kann auch für Schleswig, Husum oder Rendsburg ein Mehrwert sein. Nicht eins zu eins. Jedoch gibt es auch in kleineren Städten Viertel, die sich freuen, wenn eine Aktion ins Leben gerufen wird gegen Einsamkeit oder die Pflanzenkübel an der Straße im Quartier gemeinschaftlich neu bepflanzt werden. 
Alles in allem finden auch wir als SSW-Fraktion, dass es mehr soziale Gemeinschaft in Schleswig-Holstein braucht. Die Landesförderung von Quartiersmanagerinnen und -manager ist ein wichtiger Baustein dessen. Daher freue ich mich an dieser Stelle, wenn wir die Beratungen im Ausschuss weiterführen und zudem um den Austausch mit den Kommunen erweitern können.

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