Rääde · 08.05.2020 Rede zu Protokoll gegeben: Wasserstofftechnologie hängt vom Ausbau der Windenergie ab

„Der Ausbau der Windenergie ist das A und O für die Energiewende bei uns im Land. Nur mit dem weiteren Ausbau schaffen wir die Voraussetzung, um überschüssige Energie vorzuhalten, damit wir daraus auch Wasserstoff herstellen können.“

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 53 - Klimaschutz und Energiewende jetzt umsetzen – der Krise zeitnah mit neuen Techniken wie Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien begegnen (Drs. 19/2154)

Auch wenn uns die Corona-Pandemie derzeit politisch, gesellschaftlich oder wirtschaftlich sehr viel abverlangt ist es richtig und wichtig in dieser Krisenzeit die Perspektive für die Zukunft nicht zu verlieren. Die Themen Klimaschutz und Energiewende haben uns bereits vor Corona vor große Aufgaben gestellt und diese dürfen wir jetzt auch nicht aus dem Blick verlieren. Denn klar ist, dass wir trotz allem den Klimaschutz und die Energiewende weiter voranbringen müssen. 
Wir haben uns hier im Landtag bereits mehrfach mit diesen Themen befasst und immer wieder die Notwendigkeit festgestellt, dass wir unsere Beiträge leisten müssen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Energiewende spielt hierbei eine maßgebliche Rolle und genau dort haben wir als Land Schleswig-Holstein eine gute Chance uns eine Position zu erarbeiten die einer bundesweiten Vorreiterrolle gleichkommt. Die Voraussetzungen bei uns im Land, den Strom aus regenerativer Energie zu produzieren, sind grundsätzlich gegeben. Wir können so viel grünen Strom produzieren, dass wir ihn derzeit nicht einmal abnehmen können. Die Gründe dafür sind bekannt, es fehlt derzeit an der Netzkapazität. Was also tun, um den Strom nutz- und speicherbar zu machen? Eine Antwort hierauf ist die Wasserstofftechnologie. Die Möglichkeiten, die in dieser Technologie stecken, sind sehr umfangreich – sie reichen vom Fahrzeugantrieb über Stromspeicher bis hin zur Wärmenutzung. Gegen den Erfolg für die Nutzbarkeit sprechen derzeit immer noch der hohe Energieaufwand und die Kosten für die Herstellung von Wasserstoff. Das darf uns aber nicht davon abhalten die Forschung und Entwicklung der Wasserstofftechnologie weiter voranzubringen. So sehe ich auch den vorliegenden Antrag. Als bildungspolitische Sprecherin begrüße ich insbesondere die im Antrag genannten Ansätze, Klimaschutz und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien stärker in der schulischen und beruflichen Ausbildung einzubinden. Damit schaffen wir bei den jungen Menschen ein Gespür für die Notwendigkeit Klimaschutz und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien voranzubringen. Dass das übergeordnete Interesse bei den jungen Menschen vorhanden ist, zeigen die Fridays-for-Future-Demos. 
Forschung und Entwicklung zu stärken, um die Themen Wasserstoffproduktion und Brennstoffzellen voranzutreiben, sind die Grundlage, um Wege zu finden zur Senkung der Produktionskosten. Auch für die weitere Nutzbarkeit ist es wichtig, dort einen Schwerpunkt zu setzen. Gerade unter dem Aspekt der Kostenreduktion bei der Produktion sowie die Erhöhung von Wirkungsgraden ist es notwendig die Forschung und Entwicklung voranzubringen und zu stärken.
Wir als SSW begrüßen den Antrag der Koalition die Wasserstofftechnologie aus erneuerbaren Energie zu fördern, mit allen aufgeführten Aspekten. Wir sehen darin einen ganzheitlichen Ansatz für diesen Technologiebereich und das ist gut und richtig. 
Das Ziel muss dabei sein, die Wasserstoffproduktion mit erneuerbarer Energie zu gewinnen, das ist auch der Tenor des Antrages. Dann komme ich aber nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien –sprich die Windkraft – bei uns im Land immer noch auf Eis liegt. Der Ausbau der Windenergie ist das A und O für die Energiewende bei uns im Land. Nur mit dem weiteren Ausbau schaffen wir die Voraussetzung, um überschüssige Energie vorzuhalten, damit wir daraus auch Wasserstoff herstellen können. Darauf ist alles ausgerichtet.
Aktuell hat die Fachagentur Windenergie an Land in ihrem Bericht deutlich macht, dass im ersten Quartal 2020 in Schleswig-Holstein nur ein einziges Windrad gebaut wurde. Damit stellen wir fest, dass wir weit weg sind von der Grundaussage des Antrages. Auf der einen Seite, der vorliegende Antrag, wo immer wieder darauf hingewiesen wird, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien herzustellen und auf der anderen Seite der Stillstand beim Ausbau der Windkraft. Aus Sicht des SSW ist hier schon länger was in Schieflage und es wird Zeit, dass Jamaika sich endlich zum Ausbau der Windenergie bekennt und hierfür den rechtlichen Rahmen schafft. Ansonsten verspielen wir unsere guten Chancen im Bereich der Wasserstofftechnologie.

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