Press release · Kiel · 20.01.2025 Braucht Kiel mehr Gespür für die Gastronomie-Krise?

Zur Insolvenz der Lille-Brauerei als weiterer Verlust in der Krise der Kieler Gastronomie erklärt Ratsherr Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel:

„Die Gastrokrise hat ein weiteres Opfer in Kiel gefordert: Mit der Insolvenz der Lille-Brauerei gerät ein über das letzte Jahrzehnt gewachsener und von vielen Kieler*innen liebgewonnener Teil des Kieler Markenkerns ins Straucheln. Lille hat nicht nur seine eigene Gastronomie; die Biermarke ist überall in Kiel erhältlich. Hier droht ein Stück der elementaren Kieler Gastro-Identität verloren zu gehen. Das ist eine bittere Nachricht, die uns betroffen macht.

Vor einem Jahr hat die Ratsversammlung auf Antrag der SSW-Ratsfraktion beschlossen, dass die Verwaltung prüfen solle, ob Kiel eine*n Nachtbürgermeister*in als Schnittstelle zwischen der Gastronomie und dem Nachtleben auf der einen sowie der Stadtgesellschaft und der Verwaltung auf der anderen Seite gut gebrauchen könnte. Laut der daraufhin angefertigten Geschäftlichen Mitteilung des Oberbürgermeisters ‚sieht die Verwaltung derzeit keinen Bedarf bzw. keine Notwendigkeit, die Stelle eines NB [Nachtbürgermeisters] einzurichten.‘

Das eröffnet die Frage: Wie kann es sein, dass nach nicht mal einem Jahr nach der positiven Einschätzung der Kieler Gastro-Szene durch die Verwaltung eine umfassende Krise ausbricht? Wahrscheinlich hätte ein Nachtbürgermeister die Krise der Kieler Gastronomie kaum verhindern können. Dennoch bleibt die Frage, ob die Verwaltung in dieser Sache den richtigen Fokus auf das Problem hat. Ein Nachtbürgermeister wäre eine wichtige Antenne der Verwaltung in die Kieler Gastronomie hinein. Darauf hat die Landeshauptstadt verzichtet und sieht sich jetzt mit einer Entwicklung konfrontiert, bei der nicht klar ist, Teile der Kieler Gastronomie weiterhin betroffen sein werden.

Tatsache bleibt in jedem Fall: Selbst, wenn mit dem zuletzt gegen unsere Stimmen beschlossenen Sparhaushalt der Landeshauptstadt Gebührenerhöhungen bisher noch keine direkte Rolle für die Kieler Gastronomie spielen sollten: Das Portemonnaie der Kieler*innen sitzt schon lange nicht mehr so locker, wie vor den seit Jahren andauernden Krisen. Darauf wurde in der Haushaltsdebatte bereits hingewiesen. Immer höhere finanzielle Belastungen lähmen die Gastronomie, weil die Menschen an dieser Stelle oft als erstes Geld einsparen. Dass das schlussendlich der Stadt als Ganzes schadet, sehen wir jetzt.“

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