Press release · Kiel · 01.06.2021 Anstieg der Mieten in Kiel: KiWoG endlich entschlossen nutzen und Wohnraum erschwinglich machen

Der neue Kieler Mietspiegel dokumentiert starke Verteuerungen der Wohnkosten in der Landeshauptstadt. Die SSW-Ratsfraktion fürchtet, dass es in der Mehrheitskooperation von SPD, Grünen und FDP an politischem Willen fehlt, um die Wohnungsbaugesellschaft wirksam gegen die Härten der Immobilienblase einzusetzen. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Ratsherr Marcel Schmidt:

„Der neue Kieler Mietspiegel zeigt: Das Wohnen in der Landeshauptstadt hat sich massiv verteuert. Im Vergleich zu 2019 stieg die Kieler Durchschnittsmiete um 11,9 Prozent. Der Immobilienmarkt befindet sich in einer stetig anwachsenden Preisblase, die schon so lange besteht, dass niemand effektiv vorhersagen kann, wann sie platzen wird. Aus diesem Grund müssen wir die absurden Realitäten des Wohnungsmarktes als gegeben hinnehmen und im Sinne der Kieler*innen gestalten: Wir können es uns nicht leisten, dass junge Familien Kiel verlassen, weil sie hier keinen geeigneten und erschwinglichen Wohnraum finden. Kiel ist mittlerweile die einzige westdeutsche Großstadt, die schrumpft.

Deswegen haben wir in der letzten Wahlperiode gemeinsam mit SPD und Grünen den Grundstein für die Kieler Wohnungsgesellschaft gelegt. Inzwischen gibt es allerdings eine neue Mehrheitskooperation, deren Interesse für soziale Themen nicht bloß durch die Beteiligung der FDP merklich abgekühlt ist. Damit sie auf die Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt in Kiel Einfluss nehmen kann, braucht die Wohnungsgesellschaft einen Bestand an Wohnungen, der auch groß genug ist, um damit die absurden Auswüchse der Immobilienblase sozial verträglich abzumildern.

Um diesen Bestand aufzubauen und nachhaltig im Sinne der Kieler*innen einzusetzen, fehlt der Ampelkooperation leider der politische Wille, erst im letzten Finanzausschuss wurden Anträge des SSW und der Linken für eine Belebung des sozialen Wohnungsbaus abgelehnt. genau diese Initiativen benötigen wir jedoch, um die gesellschaftliche Durchmischung der Landeshauptstadt aufrecht zu erhalten, indem wir gemeinsam dafür sorgen, dass in Kiel Wohnraum für jede Geldbeutelgröße vorhanden ist.“

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