Press release · Kiel · 27.02.2026 Equal Pay Day: Lohngleichheit konsequent umsetzen

Anlässlich des Equal Pay Day und seiner Bedeutung erklärt die sozialpolitische Sprecherin der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsmitglied Jaqueline Hörlöck:

„Auch in diesem Jahr macht der Equal Pay Day deutlich: Von echter Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern sind wir noch immer ein gutes Stück entfernt. Zwar verbessern sich einzelne Kennzahlen leicht, doch der bereinigte Gender Pay Gap, also der Lohnunterschied bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit, sinkt seit Jahren kaum. Das zeigt, dass strukturelle Ungleichheiten fortbestehen. Noch immer übernehmen Frauen überproportional häufig unbezahlte Sorgearbeit oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit, nicht zuletzt, weil sich ihre Arbeit finanziell oftmals weniger lohnt.

Gleiche Bezahlung ist weit mehr als eine statistische Größe. Sie schafft echte Wahlfreiheit und stärkt die wirtschaftliche Selbstbestimmung. Wer fair entlohnt wird, kann freier über Arbeitszeit, berufliche Entwicklung, Familienplanung und Altersvorsorge entscheiden. Der Grundsatz ist einfach: Gleiche oder gleichwertige Arbeit muss gleich bezahlt werden. Transparente und faire Entgeltsysteme stärken Motivation, Vertrauen und Identifikation am Arbeitsplatz. Ein wirksames Instrument dafür ist Tariftreue. Wenn die Landeshauptstadt Kiel bei öffentlichen Vergaben konsequent auf die Einhaltung von Tarifverträgen setzt, fördert sie verbindliche Entgeltstrukturen und leistet einen konkreten Beitrag zu mehr Lohngerechtigkeit. Vor knapp einem Jahr haben wir mit unserem Antrag „Tariftreue bei öffentlichen Vergaben“ (Drs. 0267/2025-01), der in der letzten Woche final beschlossen wurde, eine erfolgreiche Initiative zur Umsetzung der Tariftreue in die Wege geleitet. 

Der Equal Pay Day ist kein symbolischer Aktionstag, sondern ein klarer politischer Auftrag. Formale Gleichberechtigung reicht nicht aus; es braucht konkrete Maßnahmen, um Lohngleichheit tatsächlich durchzusetzen. Gleiche Bezahlung ist kein Privileg, sondern Ausdruck von Fairness, Leistungsanerkennung und moderner Arbeitskultur. Wer Gleichstellung ernst meint, muss hier konsequent handeln – auch auf kommunaler Ebene.“

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