Press release · Kiel · 02.04.2025 Mehr Küstenschutz im Kieler Norden

Im Kieler Umweltdezernat befindet sich das Referat Klimaanpassung im Aufbau. Mit der steigenden Relevanz von Küstenschutzmaßnahmen gerade im Kieler Norden, schafft die Stadtverwaltung hier wichtige Strukturen, die allerdings auch dringend benötigt werden. Dazu erklärt Ratsherr Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel:

„Spätestens seit der Sturmflut im Oktober 2023 muss allen klar sein: Der Klimawandel ist auch in Kiel angekommen und kann auch hier bei uns empfindliche Schäden anrichten. Der Kieler Norden ist besonders davon betroffen: sei es an der Steilküste in Schilksee oder am Deich in Friedrichsort. Gerade dort befindet sich mit der Festung Friedrichsort ein Gelände, das schwer mit Schadstoffen belastet ist. Wenn im Falle eines Deichbruchs das belastete Wasser aus den Festungsgräben in die Förde gerät oder in den Stadtteil hineingespült wird, ist mit irreparablen Schäden und schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen.

Seit unserer Großen Anfrage zur Festung Friedrichsort (Drs. 0210/2020) weisen wir auf die bestehenden Risiken hin. Das macht es umso erfreulicher, dass das Thema Küstenschutz jetzt beim Referat für Klimaanpassung als elementarer Baustein einer Querschnittsaufgabe angesiedelt ist. Gerade weil der Küstenschutz jedoch zum großen Teil auf Landes- oder Bundesebene geregelt wird, ist es wichtig, ein eindeutiges Anforderungsprofil für die Kieler Problemlagen herauszuarbeiten und mit Nachdruck gegenüber den anderen politischen Ebenen zu vertreten. 

Was die Schadstoffbelastungen in den Festungsgräben angeht, kann die Stadt hier jedoch auch schon selbst tätig werden, um die Risiken einer Freisetzung bei Hochwasser zu minimieren. Dafür muss die Stadt sich einen Zugriff auf die Fläche verschaffen oder die Eigentümer dazu bewegen, selbst die Schadstoffbelastung in den Gräben zu beseitigen. Im Kieler Küstenschutz müssen jetzt Fakten geschaffen werden. Die nächste Sturmflut ist nur eine Frage der Zeit.“

Dazu ergänzt Ratsmitglied Marvin Schmidt, in der SSW-Ratsfraktion zuständig für den Kieler Norden:

„Der Kieler Norden und seine Deiche profitieren von einem regelmäßigen Austausch der Stadt mit der Landesebene, um schnell auf Entwicklungen und Herausforderungen reagieren zu können. Beim Küstenschutz muss allerdings auch der Erhalt der Strände als Landschaftsschutzgebiet und touristischer Hotspot immer mitgedacht werden. Die artenreichen Biotope, Strände und auch die Steilküste gehören zur Visitenkarte der Stadtteile nördlich des Kanals und müssen geschützt und erhalten werden.“

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