Speech · 11.10.2002 Geschlechtsdifferenzierte Förderung gesundheitsbezogener Leistungen

Frauen und Männer unterscheiden sich was Gesundheit und Krankheit angeht. Dabei geht es nicht nur darum, dass Männer und Frauen auf Grund von nicht wegzudiskutierenden körperlichen Unterschieden besondere Krankheiten bekommen können. - Was dem einen sein Hodenkatarr sind sozusagen der anderen ihre Menstruationsbeschwerden. - Es geht vor allem darum, dass Frauen und Männer aus unterschiedlichen Ursachen und mit unterschiedlichen Entwicklungsverläufen Krankheiten bekommen können. Deshalb muss die Behandlung und natürlich die Vorbeugung von Krankheiten auch entsprechend auf die Geschlechterunterschiede reagieren.

Die Zuständigkeiten des Landes beziehen sich in diesem Zusammenhang nicht so sehr auf die medizinische Versorgung in Arztpraxen und Krankenhäusern. Dieses sind Bereiche, die sich allenfalls bundesrechtlich regeln lassen. Das Land hat aber Einfluss auf die geschlechtsdifferenzierte Förderung für Schüler und Senioren, in der Drogenhilfe oder und der Psychiatrie.
Die leichteste Antwort auf diese Probleme ist es lange Zeit gewesen, frauenspezifische Einrichtungen zu gründen, die den Frauen die besondere Zuwendung gibt, die sie brauchen. Allerdings stößt eine solche Parallelstruktur nicht nur finanziell an ihre Grenzen. Je mehr die Perspektive von der reinen Frauenförderung hin zum Gender Mainstreaming wechselt, rückt die Versorgung mit frauen- und männerspezifischen Angeboten und geschlechtsspezifischen Freiräumen in gemischtgeschlechtlichen Einrichtungen ins Zentrum.

Der Bericht macht deutlich, dass die Landesregierung die geschlechterdifferenzierte Förderung berücksichtigt und auch Anforderungen stellt. Es gibt aber natürlich noch viele Möglichkeiten das auszubauen. Dazu gehört gerade die Prävention, weil nicht zuletzt die Ursachen für Erkrankungen einen Bereich darstellen, in dem sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sehr deutlich ausprägen.

Nicht zuletzt gehört auch die Hilfe für drogenabhängige Frauen, die wir ja bereits in Verbindung mit der Anhörung zum Antrag „Neue Wege in der Drogenpolitik“ erörtert haben, dazu. In diesem Bereich müssen wir über die Fraktionsgrenzen hinweg gemeinsam festlegen, welche Schritte hier erforderlich sind.

Der Bericht der Landesregierung verdeutlicht, dass noch viel zu tun bleibt. Was und wie, darüber können wir uns noch im Ausschuss eingehend unterhalten.

Weitere Artikel

Press release · 23.01.2026 Energiepolitik ohne Lernkurve

Zur heute vom Spiegel veröffentlichten Analyse "An Trumps Gas-Tropf" erklärt die energiepolitische Sprecherin, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Press release · Kiel · 22.01.2026 Unterstützung für Gaarden: Ehrlichkeit statt Wahlkampf

Zur Diskussion um die Situation in Gaarden erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsherr Marcel Schmidt:

Weiterlesen

Press release · 22.01.2026 Pflegekosten laufen aus dem Ruder – Landesregierung verweigert Erste Hilfe

Wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) berichtet, ist die Eigenbeteiligung für einen Pflegeheimplatz in Schleswig-Holstein erneut gestiegen und hat erstmals die 3.000 Euro-Marke geknackt. Dazu erklärt der sozialpolitische Sprecher und Fraktionsvorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen