Präsemadiiling · 13.08.2018 Berufliche Anerkennung ist auch eine Frage des Gehalts

Zur Forderung des KMK-Präsidenten Helmut Holter nach einer einheitlichen Bezahlung von Grundschul- und Gymnasiallehrkräften erklärt die bildungspolitische Sprecherin des SSW im Landtag, Jette Waldinger-Thiering:

Bildung ist der Schlüssel zur Welt. Deshalb ist der bereits spürbare und sich weiter verschärfende Lehrermangel an den Schulen eines der wichtigsten Themen, um die sich Politik dringend kümmern muss. Es muss deutlich mehr in den Bildungsbereich investiert werden; insbesondere Schleswig-Holstein hat hier Nachholbedarf. 

KMK-Präsident Helmut Holter hat eine Reihe interessanter Vorschläge gemacht, die eine breite und ergebnisoffene Debatte verdienen. Leider treffen diese in Schleswig-Holstein auf eine Bildungspolitik, die rückständiger und phantasieloser nicht sein könnte. Während Deutschland über das Schulsystem von morgen diskutiert, vollzieht die Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein den Rollback ins Schulsystem von vorgestern. 

Insofern war zu erwarten, dass Bildungsministerin Prien jede Diskussion an sich abprallen lassen würde. Ein paar neue Studienplätze und Lehrerstellen schaffen und ansonsten Seiteneinsteiger vor die Klassen schieben, dann läuft der Laden schon, so lautet die Devise im Kieler Bildungsministerium. 

Doch das ist ein Trugschluss, der dem Land noch kräftig auf die Füße fallen wird. 

Denn wenn Schleswig-Holstein für Lehrkräfte attraktiv bleiben soll, dann muss der Lehrerberuf endlich die Anerkennung erhalten, die er verdient. Und Anerkennung ist auch eine Frage der Bezahlung. Deshalb müssen Grundschul- und Gymnasiallehrkräfte schon jetzt und nicht erst in Jahren einheitlich bezahlt werden. Denn die Grundschullehrerinnen und -Lehrer im Land tragen die gleiche Verantwortung für die Bildung unserer Kinder wie die Lehrkräfte an den Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Helmut Holter hat die Zeichen erkannt – Ministerin Prien leider nicht.

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