Press release · 19.02.2026 „Berufliche Ausbildung stärken heißt Fachkräftelücke schließen“

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen des IHK-Fachkräftemonitors erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Der neue Fachkräftemonitor bringt ans Licht, was bislang zwar erahnt, aber nicht konkret wurde: Auf dem Arbeitsmarkt entsteht ein dramatisches Ungleichgewicht aus Jobs und denjenigen, die diese Jobs auch machen. Insofern begrüße ich sehr, dass uns jetzt endlich ein Werkzeug zur Verfügung steht, das ganz konkrete Einblicke nach Branchen und Regionen in das für unsere Wirtschaft dominierende Thema gibt. Schließlich gilt es, den Wohlstand im Land aufrechtzuerhalten und Einnahmen für die Landeskasse sicherzustellen.

Dass die größte Lücke bei beruflich qualifizierten Menschen und nicht bei Akademikern liegt, sollte wachrütteln. Wir müssen die berufliche Ausbildung mehr in den Fokus nehmen, fördern, Rahmenbedingungen verbessern und das vor allem in den Branchen, wo der Bedarf schon jetzt nicht gedeckt werden kann. Das heute von der Landesregierung angekündigte Azubiwerk ist sicherlich ein richtiger Schritt in diese Richtung. Die berufliche Bildung zu stärken heißt, die Fachkräftelücke zu schließen.

Wichtig ist, dass die Investitionen auch in die Stellen fließen, wo es brennt. Ein  unterfinanzierter Bereich ist die ÜLU (Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung), bei der die  Kammern nach einer Verstetigung der Mittel rufen, damit die Ausbildung auch in Zukunft gelingen kann.

Ein wichtiger Schlüssel liegt außerdem in der Zuwanderung. Kürzungen bei Sprachkursen und eine migrationsfeindliche Politik sind da die absolut falschen Signale, die es unbedingt zu stoppen gilt. Nicht unter den Tisch fallen darf dabei auch der Wohnungsmarkt: Wer als Arbeitnehmer schlicht keine bezahlbare Bleibe findet, kann auch den Job nicht antreten. Das ist vor allem für die Inseln ein Riesenthema.

Der Fachkräftemonitor ermöglicht endlich ganz gezielte Maßnahmen statt Gießkannen-Prinzip und gibt der Landesregierung viele Vorlagen. Nun erwarten wir von Minister Madsen konkrete Pläne, wie er der riesigen Fachkräftelücke entgegenwirken will.

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